Taifun-Katastrophe
Überlebende versuchen zu flüchten

Hilfe ist unterwegs, doch das dauert den Überlebenden der Taifun-Katastrophe zu lange. Es mangelt am Nötigsten: Wasser, Lebensmittel, Medikamente. Deutschland hat seine Philippinen-Hilfe aufgestockt.
  • 0

TaclobanTausende Überlebende der verheerenden Unwetter auf den Philippinen versuchen aus den Katastrophengebieten zu fliehen. Aus der Stadt Tacloban auf der Insel Leyte - einem der am stärksten betroffenen Regionen - strömten am Dienstag zahlreiche Menschen zum Flughafen, um sich auszufliegen zu lassen. Doch nur einigen Hunderten gelang es, einen Platz zu bekommen.

Vier Tage nach dem Zerstörungszug von Taifun „Haiyan“ hat die Bewohner der verwüsteten Gebiete noch kaum Hilfe erreicht. Es fehlt vor allem an Wasser, Lebensmitteln und Medizin. Zur Unterstützung der Hilfsaktionen schickten die USA den Flugzeugträger „USS George Washington“ und andere Marineschiffe.

Es werde erwartet, dass die in etwa zwei Tagen vor der Küste der Philippinen eintreffen, teilte das Pentagon mit. Washington stellt zudem 20 Millionen Dollar (rund 15 Millionen Euro) an Soforthilfe zur Verfügung. Die Vereinten Nationen wollen 25 Millionen Dollar aus dem UN-Notfalltopf geben.

Deutschland hat seine Hilfe für die Opfer der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen um eine Million Euro aufgestockt.

Dies teilte der amtierende Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Gesprächen mit dem philippinischen Außen-Staatssekretär Evan Garcia am Dienstag in Neu Delhi mit.

Das Geld geht an die deutschen Hilfsorganisationen, die Verletzten und Obdachlosen vor Ort helfen. Am Wochenende hatte die Bundesregierung bereits 500 000 Euro zur Verfügung gestellt.
Auf dem völlig zerstörten Flughafen von Tacloban landeten am frühen Morgen zwei C-130-Transportflugzeuge der philippinischen Luftwaffe sowie etliche kommerzielle und private Maschinen.

Sofort brach Chaos aus, als mehr als 3 000 Menschen auf das Rollfeld stürmten. Nur ein Dutzend Soldaten und mehrere Polizisten versuchten, die Menge zurückzuhalten.
Im strömenden Regen hoben Mütter verzweifelt ihre Babys in die Höhe - in der Hoffnung, bevorzugt zu werden.

„Ich bat die Soldaten inständig, lag auf den Knien und bettelte, weil ich Diabetes habe“, sagte die Überlebende Helen Cordial, deren Haus vom Sturm zerstört wurde. „Wollen sie, dass ich hier auf dem Flughafen sterbe? Sie haben ein Herz aus Stein“.

Viele Anwohner hatten die Nacht bei starken Regengüssen in den Ruinen ihrer verwüsteten Behausungen, im Freien oder in Zelten verbracht, die von der Regierung und Hilfsorganisationen bereitgestellt wurden.

Örtliche Ärzte meldeten einen dringenden Bedarf an Medizin. In einer kleinen Behelfsklinik in Tacloban hat medizinisches Personal der Armee seit dem Durchzug des Taifuns rund 1000 Verletzte versorgt. „Wir sind überfordert“, sagte Luftwaffenhauptmann Antonio Tamayo. Die Behörden befürchten weit über 10 000 Tote durch Taifun „Haiyan“.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Taifun-Katastrophe : Überlebende versuchen zu flüchten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%