Taifun
Nach „Haiyan“ beginnen die Aufräumarbeiten

Der große Sturm hat Hunderttausende Menschen auf den Philippinen heimatlos gemacht. Ein Teil von ihnen soll künftig in einer eigens errichteten Siedlung ein neues Zuhause finden. Für die Übrigen beginnt der Wiederaufbau.
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TaclobanMehr als eine Woche nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen laufen allmählich die Aufräumarbeiten an. In der stark beschädigten Stadt Tacloban schoben am Samstag Trupps von Überlebenden den Schutt zerstörter Häuser und Straßen beiseite. Die Unterstützung aus dem Ausland kam weiterhin nur langsam in Gang. Hunderte von internationalen Helfern errichteten provisorische Krankenhäuser und fuhren Güter an die Bedürftigen aus.

Die Vereinten Nationen (UN) äußerten sich dazu verhalten. „Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft war nicht überwältigend – gemessen am Ausmaß der Katastrophe, aber bislang war sie sehr großzügig“, sagte UN-Vertreter Jens Laerke in Genf. Doch weiter gab es große logistische Probleme. Die Versorgung der Opfer blieb lückenhaft. Verletzte standen in langen Warteschlangen unter sengender Sonne an, um sich ärztlich behandeln zu lassen. Örtliche Behörden berichteten von erheblichen Engpässen bei der Bergung der vielen Leichen, die auf Straßen und unter Trümmern lagen. Demnach fehlt es dazu häufig an Leichensäcken, Personal und Treibstoff.

Sorgen bereitet vor allem die Lage der zahllosen Obdachlosen. Laut UN haben deutlich mehr Menschen ihre Wohnungen verloren als bislang gedacht. Die neue Schätzung beläuft sich auf 1,9 Millionen Betroffene, davor war von 900.000 die Rede. „Wir machen uns sehr, sehr große Sorgen um Millionen von Kindern“, sagte ein Sprecher des UN-Kinderhilfswerkes Unicef.

Für Zehntausende Menschen, die durch dem verheerenden Taifuns auf den Philippinen obdachlos wurden, soll auf der Insel Leyte eine neue Siedlung gebaut werden. Die Behörden hätten bereits ein acht Hektar großes Grundstück ausgewiesen, berichtete die Katastrophenschutzbehörde am Samstag.

„Wir haben ein Areal zur Umsiedlung gefunden, wir wollen dort Häuser für die Obdachlosen bauen“, sagte Behördenchef Eduardo Del Rosario. „Wir werden morgen beginnen, das Gelände zu planieren.“

Mehr als 350.000 Menschen leben eine Woche nach dem Durchzug von Taifun „Haiyan“ in Notunterkünften. Viele andere sind bei Verwandten untergekommen. Der Taifun hat auf mehreren Inseln verheerende Zerstörung angerichtet, vor allem in Küstengebieten, wo eine Sturmflug mit meterhohen Wellen Hunderte Meter über das Land hereinbrach und alles mit sich riss.

Angesichts der großen Zahl von Hilfsbedürftigen bleibt die Verteilung der Hilfsgüter eine große Herausforderung. Das Militär versprach am Samstag, mehr Lastwagen zum Transport in das Katastrophengebiet zu schicken.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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