Taifun Saomai
Mindestens 100 Tote in China

Durch den stärksten Sturm seit mehr als 50 Jahren sind in China mindestens 100 Menschen getötet worden. Am Freitag schwächte sich der Taifun zum Tropensturm ab, er bewegte er sich nach Angaben Hongkonger Meteorologen nur noch mit Windgeschwindigkeiten von maximal 20 Stundenkilometern vorwärts.

HB PEKING. Das Ministerium für Wasserwirtschaft meldete am Freitag 104 bestätigte Todesopfer und 190 Vermisste. Der Taifun „Saomai“ war am Donnerstagabend mit Windgeschwindigkeiten bis zu 216 Stundenkilometern auf die Südostküste Chinas geprallt. Er knickte Bäume und Straßenschilder um und zerstörte mehrere tausend Häuser, viele der Todesopfer wurden nach Medienberichten von Trümmern erschlagen.

Vor Eintreffen des Taifuns hatten die Behörden vorsorglich mehr als 1,5 Millionen Menschen evakuiert. Der Südosten Chinas war erst im Juli von dem Tropensturm „Bilis“ heimgesucht worden, der mehr als 600 Menschen das Leben kostete.

Am schwersten betroffen waren die Küstenprovinzen Zhejiang und Fujian. Allein in der Stadt Wenzhou und Umgebung kamen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua 81 Menschen ums Leben.

Dutzende kamen beim Zusammenbruch eines Hauses in der Stadt Jinxiang ums Leben. Die Menschen hätten in dem Gebäude Schutz gesucht, weil sie es für stabil hielten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. In den Trümmern seien auch acht Kinder gestorben.

In der dicht besiedelten Region Zhejiang wurden mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Der Taifun „Saomai“ war am Donnerstag zuvor mit Windgeschwindigkeiten von 216 Kilometern pro Stunde auf die südöstliche Küste Chinas getroffen.

In Zhejiang macht er der Agentur Xinhua zufolge mehr als 1000 Häuser dem Erdboden gleich, darunter auch das zweistöckige Gebäude, indem mindestens 41 Menschen starben. Sie seien dorthin geflüchtet, weil sie das Gebäude für sicherer hielten als ihre eigenen, aus Holz und Ziegeln gebauten Häuser.

„Der Wind war so stark, dass ganze Fenster in innenliegende Räume gedrückt wurden“, berichtete ein Regionalvertreter aus Jinxiang am Telefon. „Viele Menschen haben in Schulen und Fabriken Zuflucht gesucht, nach dem ihre Häuser zerstört wurden.“ Fast überall in der Gegend fiel der Strom aus, rund die Hälfte der Telefonleitungen brach zusammen. In der benachbarten Provinz Fujian waren 620.000 Menschen vorsorglich aus ihren Häusern gebracht worden.

Stärkster Taifun seit 50 Jahren

Die Behörden hatten den Sturm kurz zuvor in die höchste Kategorie fünf eingestuft, setzten ihn aber nach dem Erreichen des Festlandes wieder auf vier herunter. Damit war „Saomai“ beim Erreichen der Küste stärker als ein Taifun im August 1956, der damals dieselbe Gegend traf und eine Sturmflut auslöste, bei dem mehr als 3000 Menschen starben. Es ist bereits der achte schwere Sturm, der China in diesem Jahr erreicht hat und der dritte binnen weniger Tage in Ostasien. Bis zum Freitagmorgen hatte sich „Saomai“ zu einem tropischen Tief abgeschwächt.

Im Gebiet Wenzhou kamen insgesamt mindestens 81 Menschen ums Leben. Elf weitere würden noch vermisst. Mehr als 80 Personen seien verletzt. Der Sturm zerstörte mehr als 18.000 Häuser in der Region, wo rund 7,4 Millionen Menschen wohnen. Die Behörden riefen den Notstand aus und sperrten in den am schlimmsten betroffenen Gebieten große Straßen. Auch der Flughafen in Wenzhou wurde geschlossen. Hunderte Fluggäste saßen nach Angaben eines Flughafensprechers fest.

In China sind jüngst bereits hunderte Menschen durch Regenstürme, Erdrutsche und Überflutungen getötet worden. Die Taifun-Saison dauert noch bis Oktober

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