Tanklager-Explosion
London Heathrow ist der Sprit ausgegangen

Die Explosion des Treibstofflagers nahe London hat Spätfolgen für die Luftfahrt. Es fehlt an Sprit auf dem größten Londoner Flughafen Heathrow. Die Briten behelfen sich mit einer Notlösung, die aber massig Zeit pro Flieger kostet.

HB LONDON. Das Flugbenzin in Heathrow werde bis auf weiteres rationiert, sagte ein Sprecher am Freitag in London. „Wir haben durch das Unglück rund ein Drittel weniger Kerosin zur Verfügung.“

Maschinen, die in Richtung Asien und Australien fliegen, müssen vorerst kurz nach dem Start in Heathrow auf dem nur wenige Kilometer entfernten Flughafen Stansted zwischenlanden, um dort weiter aufzutanken. Der außerplanmäßige Stopp verlängere die Flugzeit um rund 90 Minuten, teilte die australische Fluggesellschaft Qantas mit. Die Situation werde mehrere Wochen andauern, sagte der Flughafen- Sprecher. „Aber mit Unterstützung aller Fluglinien hoffen wir, das Problem in den Griff zu bekommen.“

Das ausgebrannte Buncefield-Treibstofflager ist das fünftgrößte Großbritanniens und wird von mehreren großen Ölgesellschaften genutzt. 20 Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils mehr als 13 Mill. Litern waren nach der Explosion am Sonntagmorgen in Brand geraten und konnten erst Mitte der Woche gelöscht werden.

Bei dem nach Meinung von Experten größten Industriebrand Europas seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war wie durch ein Wunder niemand getötet worden. 43 Menschen erlitten zumeist leichte Verletzungen. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen bei umgerechnet mindestens 100 Mill. Euro. Die Ursache war auch fünf Tage nach dem Unglück am Freitag noch unklar.

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