Tauschgeschäft um Religionsfreiheit in China
Gibt der Vatikan Taiwan preis?

Der Vatikan wäre möglicherweise zu einem Abbruch seiner diplomatischen Beziehungen zu Taiwan bereit, wenn China dafür religiöse Freiheit im Land gewährt. Dies sagte am Dienstag der Bischof der Diözese von Hongkong, Joseph Zen.

HB HONGKONG. „Unfairerweise verlangt die chinesische Regierung jedoch, dass der Vatikan seine Beziehungen zu Taiwan abbricht, bevor sie zu Gesprächen mit dem Vatikan bereit ist“, sagte Zen. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Die Volksrepublik hat ihre Beziehungen zum Heiligen Stuhl in den fünfziger Jahren abgebrochen und ausländische Geistliche des Landes verwiesen. Die Staatsführung fordert seither von den Katholiken, ihrem Glauben nur innerhalb der staatlichen Kirche nachzugehen, die die Autorität des Papstes nicht anerkennt und selbst ihre Bischöfe ernennt. Allerdings ist die religiöse Bedeutung des Papstes auch unter den Gläubigen der offiziellen Kirche in China unstrittig.

Neben dieser offiziellen „patriotischen“ Kirche gibt es in China noch schätzungsweise vier bis zwölf Millionen Katholiken, die loyal zum Papst stehen, aber immer wieder Ziel staatlicher Verfolgung sind und häufig im Untergrund leben.

Chinas kommunistische Führung hatte nach dem Tod von Johannes Paul II. ihr Beileid ausgedrückt. Der Sprecher des Außenministeriums, Liu Jianchao, äußerte die Bereitschaft, „unsere Beziehungen zum Vatikan auf der Grundlage der beiden Grundprinzipien zu verbessern“: Der Vatikan müsse die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abbrechen und versprechen, „sich nicht in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen“. Dazu zählte der Sprecher „Interventionen unter dem Vorwand religiöser Angelegenheiten“. Er bezog sich anscheinend auf die Ernennung von Bischöfen in China, die Peking nicht erlaubt.

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