Tauziehen beendet
Einigung über Kaprun-Entschädigung

Überlebende und Angehörige von Opfern der Seilbahnkatastrophe von Kaprun werden entschädigt. 95 Prozent der betroffenen Personen haben ein Vergleichsangebot der österreichischen Nationalbank angenommen - die meisten von ihnen allerdings nur unter Protest.

HB WIEN. Nach jahrelangen Verhandlungen erhalten die Hinterbliebenen und Überlebenden der Seilbahnkatastrophe von Kaprun voraussichtlich eine Entschädigung von 13,4 Mill. Euro. 95 Prozent der rund 420 Überlebenden und Angehörigen hätten einem entsprechenden Vergleichsangebot zugestimmt, teilte die österreichische Nationalbank am Dienstag mit. „Auch die restlichen fünf Prozent werden positiv entscheiden“, sagte der Anwalt von elf Deutschen, Gerhard Podosovnik. Es gehe nur noch um Formalien, was am Abend auch die Nationalbank bestätigte.

„Das Angebot von 13,4 Mill. haben wir nur unter schwerstem Protest aufgenommen, weil es die einzige Möglichkeit ist, hier irgendwie noch eine Einigung zu erzielen“, sagte der Anwalt. Mit der Annahme des Vergleiches verzichten die Menschen auf alle weiteren Rechtsmittel, der Fall Kaprun gilt für Österreich dann als erledigt. „Es ist für mich menschlich wie juristisch eine schwere Enttäuschung“, sagte Podosovnik. Er werde kein Honorar fordern, um die ohnehin viel zu geringe Entschädigung nicht weiter zu schmälern.

Bei der Brandkatastrophe am Morgen des 11. November 2000 starben in einem Tunnel der Standseilbahn im österreichischen Kaprun 155 Passagiere in den Flammen. Nur zwölf Menschen überlebten das Inferno. 37 der Todesopfer kamen aus Deutschland, die meisten Opfer waren aber aus Österreich, Japan und den USA. In jahrelangen außergerichtlichen Verhandlungen ging es um eine angemessene Entschädigung der Überlebenden und Hinterbliebenen, die nun die Republik Österreich, die Gletscherbahn Kaprun AG und die Generali Versicherung AG zahlen.

Das Geld wird nach Angaben der Nationalbank nach einem Punktesystem je nach Verwandtschaftsgrad auf die Menschen verteilt. Ein Überlebender der Katastrophe erhält nach der dem Anwalt vorliegenden Punkteverteilung 32 360 Euro, ein verwitweter Ehepartner 24 270 Euro. Die Berechtigten sollen nach Angaben der Bank in den nächsten Tagen die Unterlagen zugeschickt bekommen, ab dem Frühjahr 2008 werde das Geld ausgezahlt. Die Anwaltskosten müssen von den Menschen selbst bezahlt werden.

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