Aus aller Welt

Ein Bischof in der Öffentlichkeitshölle

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Favorisierte eine stark autoritäre Amtsführung

Kritik aus der Kunst: Der Lichtkünstler Bienkowski projiziert den Schriftzug „Du sollst nicht stehlen“ und eine Karikatur Tebartz-van Elsts auf das Portal des Doms. Quelle: dpa
Kritik aus der Kunst: Der Lichtkünstler Bienkowski projiziert den Schriftzug „Du sollst nicht stehlen“ und eine Karikatur Tebartz-van Elsts auf das Portal des Doms. Quelle: dpa

Er gilt als ausgewiesener Experte für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft. 2002 wurde er zunächst Theologieprofessor in Passau, seit 2003 war er Regionalbischof für die 530.000 Katholiken im westmünsterländischen Raum Steinfurt/Borken zuständig.

In Münster weihte ihn 2004 der damalige, dem Opus Dei nahestehende Ortsbischof zum Weihbischof. Seit dem dem 20. Januar 2008 ist er Bischof in Limburg. Seine Ämter trat er stets auch mit den Ziel an, seinen Schäfchen eine „missionarische Spiritualität“ nahezubringen. Die allerdings verstörte er mit allerlei Äußerungen und Richtungsentscheidungen immer wieder. So warnte er etwa vor vor einer theologischen Überbewertung der Pfarrgemeinden.

Die Verschwendungen des Bischofs von Limburg

  • 19. August 2012

    Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Bistum weist die Vorwürfe zurück.

  • 29. Mai 2013

    Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

  • 28. Juni

    Die umstrittene neue Bischofsresidenz hat nach Angaben des Limburger Bistums knapp zehn Millionen Euro gekostet - rund viermal so viel wie ursprünglich geplant. Der Bischof betont, dass der Bau schon 2007 vor seinem Antritt beschlossen worden sei.

  • 9. Juli

    Das Bistum korrigiert die Gesamtkosten für die neue Residenz nach oben. Sie lägen deutlich über 9,85 Millionen Euro.

  • 25. August

    Im Bistum beginnt mit einem Offenen Brief eine Unterschriftensammlung gegen die Amtsführung des Bischofs. Gefordert wird eine umfassende Aufklärung über die Kosten der Residenz.

  • 29. August

    Das streng konservative „Forum Deutscher Katholiken“ ruft zur Solidarität mit dem Oberhirten auf.

  • 1. September

    Tebartz-van Elst bittet alle Gläubigen seines Bistums in einem Brief um Vertrauen und räumt Fehler ein.

  • 6. September

    Gläubige überreichen dem Bischof ihren Offenen Protestbrief mit rund 4400 Unterschriften.

  • 9. September

    Der päpstliche Gesandte Kardinal Giovanni Lajolo besucht Limburg. Das Bistum betont, es handele sich um einen „brüderlichen Besuch“ und nicht um eine Untersuchung. Der Bischof sichert wenige Tage später zu, alle Kosten für die Baumaßnahmen Prüfern zugänglich zu machen.

  • 23. September

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kritisiert Tebartz-van Elst wegen der Finanzaffäre. Eine Kommission werde untersuchen, warum die Kosten für das neue Domizil explodierten.

  • 7. Oktober

    Das Bistum beziffert die Kosten für den neuen Bischofssitz auf 31 Millionen Euro.

Das wurde als Angriff auf gewachsene kirchliche Strukturen verstanden. Er wolle damit die Pfarrei auf den „zweiten Platz der Seelsorge“ verbannen. Dann verkündete Tebartz-van Elst, ganz im Sinne des damaligen Papstes Benedikt XVI, die Bezeichnung „Seelsorger“ solle den geweihten Amtsträgern vorbehalten bleiben. Das irritierte Pastoral- und Gemeindereferenten, die zwar theologisch kompetent sind, aber damit als „Laien“ gelten.

Er machte keinen Hehl aus seiner konservativen Haltung, wollte das Bistum nach Rom ausrichten und entlang seines stark autoritär geführten Amtes. Im Kreuzgang seines Amtssitzes ließ er laut FAZ diverse Gewänder und die roten Schuhe des Papstes wie kleine Heiligtümer ausstellen.

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Unter seinen Vorgängern verpönte Ehrentitel wurden wieder feierlich an seine Gewährsleute vergeben. So wurde der Personalchef zum Prälaten, der zweite Mann in der Bistumshierarchie zum „Apostolischen Protonotar". Sein Chauffeur machte als „Bischöflicher Beauftragter" für die Verwahrung von Reliquien, „persönlicher Sekretär" sowie „Bischöflicher Zeremoniar" gleich mehrfach Karriere.

  • 09.10.2013, 13:56 UhrObserver

    Die Preselandschaft ist zufrieden; hat man doch wieder eine "Sau" gefunden, welche durch alle Doerfer getrieben werden kann! So wird das Volk wenigstens von wirklichen Themen verschont und dazu ist die Entfachung der Neiddebatte, besonders in Deutschland, besonders wirkungsvoll.
    Man kommt da wenigstens nicht auf die Idee, zu erklaeren, wieviel hunderte Milliarden durch korrupte Politmarionetten versenkt werden!
    Journalismus vom "Feinsten"!

  • 09.10.2013, 13:57 Uhrnaja

    Der Zölibat und nicht "das" Zölibat: Womit schon mal eine Reihe von Mißverständnissen gleich im Vorfeld beleuchtet sein dürften..

  • 09.10.2013, 14:08 UhrRob Roy

    Eine gänzlich unchristliche Raffgier und Prunksucht. Der Herr Bischof hat wohl die Bergpredigt noch nicht gelesen?

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