Tebartz-van Elst: Favorisierte eine stark autoritäre Amtsführung

Tebartz-van Elst
Ein Bischof in der Öffentlichkeitshölle

Favorisierte eine stark autoritäre Amtsführung

Er gilt als ausgewiesener Experte für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft. 2002 wurde er zunächst Theologieprofessor in Passau, seit 2003 war er Regionalbischof für die 530.000 Katholiken im westmünsterländischen Raum Steinfurt/Borken zuständig.

In Münster weihte ihn 2004 der damalige, dem Opus Dei nahestehende Ortsbischof zum Weihbischof. Seit dem dem 20. Januar 2008 ist er Bischof in Limburg. Seine Ämter trat er stets auch mit den Ziel an, seinen Schäfchen eine „missionarische Spiritualität“ nahezubringen. Die allerdings verstörte er mit allerlei Äußerungen und Richtungsentscheidungen immer wieder. So warnte er etwa vor vor einer theologischen Überbewertung der Pfarrgemeinden.

Das wurde als Angriff auf gewachsene kirchliche Strukturen verstanden. Er wolle damit die Pfarrei auf den „zweiten Platz der Seelsorge“ verbannen. Dann verkündete Tebartz-van Elst, ganz im Sinne des damaligen Papstes Benedikt XVI, die Bezeichnung „Seelsorger“ solle den geweihten Amtsträgern vorbehalten bleiben. Das irritierte Pastoral- und Gemeindereferenten, die zwar theologisch kompetent sind, aber damit als „Laien“ gelten.

Er machte keinen Hehl aus seiner konservativen Haltung, wollte das Bistum nach Rom ausrichten und entlang seines stark autoritär geführten Amtes. Im Kreuzgang seines Amtssitzes ließ er laut FAZ diverse Gewänder und die roten Schuhe des Papstes wie kleine Heiligtümer ausstellen.

Unter seinen Vorgängern verpönte Ehrentitel wurden wieder feierlich an seine Gewährsleute vergeben. So wurde der Personalchef zum Prälaten, der zweite Mann in der Bistumshierarchie zum „Apostolischen Protonotar". Sein Chauffeur machte als „Bischöflicher Beauftragter" für die Verwahrung von Reliquien, „persönlicher Sekretär" sowie „Bischöflicher Zeremoniar" gleich mehrfach Karriere.

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