Technischer Defekt
116 Tote bei Flugzeugabsturz im Sudan

Alle 116 Insassen sind bei einem Flugzeugabsturz im Sudan ums Leben gekommen. Ein junges Mädchen hatte zunächst überlebt, starb jedoch wenige Stunden später an seinen Verletzungen.

HB/dpa PORT SUDAN/KAIRO. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens war die Boeing 737 der Sudan Airways am Dienstagmorgen gegen 4.30 Uhr kurz nach dem Start in der Hafenstadt Port Sudan abgestürzt. Ein Nachrichtensprecher las am Mittag die Namen der Toten von einer handschriftlichen Passagierliste ab und endete mit der islamischen Formel, „Wir gehören zu Gott und zu ihm kehren wir zurück“.

Die Absturzursache war nach ersten Informationen ein technischer Defekt. Der Generaldirektor von Sudan Airways, Ahmed Ismail el Sumarawi erklärte, der Pilot habe kurz nach dem Start einen Fehler im Motor gemeldet und einen Notruf an den Flughafen von Port Sudan abgesetzt. Von dort erhielt er die Anweisung, umzukehren. Doch die Zeit reichte nicht mehr aus. Die Maschine stürzte über einem unbewohnten Gebiet nahe einer Schnellstraße ab.

An Bord des Flugzeugs, das sich auf einem Inlandsflug in die Hauptstadt Khartum befand, waren 105 Passagiere und 11 Besatzungsmitglieder. Unter den Toten sind nach Angaben der Luftfahrtbehörde acht ausländische Geschäftsleute: Ein Brite, vier Inder, ein Chinese, ein Äthiopier sowie ein Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auf der Passagierliste standen auch mehrere Kinder sowie der Beauftragte der Regierung in der Provinz Sinkat und ein der Kommandeur der Luftwaffe in Port Sudan. Die Identifizierung der stark verbrannten Leichen sei zum Teil unmöglich, erklärten die Ärzte. Die Behörden ordneten deshalb die Beisetzung in einem Massengrab an.

Das Flugzeug stürzte auf ein etwa fünf Kilometer vom Flughafen entferntes Gelände nahe der Küste des Roten Meeres. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschte dort weder Nebel noch Sturm. Die Polizei sperrte den Absturzort weiträumig ab, nachdem Hunderte von Menschen herbeigelaufen waren, um die zerstörte Maschine zu sehen. Sudan Airways ist als extrem unpünktliche Fluggesellschaft bekannt, galt bisher allerdings im Land selbst nicht als besonders unsicher.

Es war der erste Unfall einer Passagiermaschine der Gesellschaft seit ihrer Gründung 1947. Die sudanesische Regierung hatte in der Vergangenheit wegen des US-Wirtschaftsembargos Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen für die Boeings der staatlichen Fluggesellschaft gehabt. Port Sudan liegt nordöstlich der Hauptstadt Khartum an der Küste des Roten Meers. Bei Individual- Touristen ist der Ort als Taucherparadies beliebt.

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