Techno-Demonstration
Comeback der Loveparade ohne Dr. Motte

Die oft totgesagte Loveparade lebt weiter. Im Februar kündigte Matthias Roeingh alias Dr. Motte als Hohepriester der Loveparade die Renaissance für den 15. Juni an. Doch jetzt der Knall: Das Millionenspektakel trennt sich von seinem Erfinder.

HB BERLIN. Der geschäftsführende Gesellschafter und Hauptsponsor Rainer Schaller gab als Gründe am Mittwochabend in Berlin inhaltliche und künstlerische Differenzen an.

Das Massenevent im Berliner Tiergarten hatte nach Rückgang beim Zuspruch und Dauerquerelen mit Umweltschützern wegen der Müllberge, des Krachs und der Zerstörung von Grün zwei Mal pausiert. Nun soll die Tanzparty abgesehen von der Fußball-WM auf jeden Fall das größte Spektakel im kommenden Sommer werden. Zwischen beiden Veranstaltungen hat das Grün des Tiergartens sechs Tage Zeit zur Rekonvaleszenz.

Doch nun der Bruch: Dr. Motto will laut Schaller ein „neues Konzept“ nicht mittragen, das die „immer als Techno-Parade bezeichnete Loveparade inhaltlich und künstlerisch auf die Höhe der Zeit“ bringe und damit dem „Wandel in der internationalen Szene derElectronici Dance Music Rechnung“ trage. Daher würden die Loveparade Berlin GmbH und Roeingh künftig getrennte Wege gehen.

Unter anderem sollten die Besucher der Loveparade über die Besetzung der Musikwagen im Internet mitbestimmen können, was Dr. Motte laut Schaller nicht mittragen wolle: „Diese Maßnahme, hin zu mehr Transparenz, Qualität und Internationalität ist aber für die Loveparade 2006 zwingend notwendig und richtig,“ erklärte er.

Als „ersten Beleg“ für den Erfolg des neuen Konzepts teilte Sprecher Maurice Mauré mit, dass für die geplanten 40 Musikwagen bereits 420 Bewerbungen vorlägen. Unter anderem aus Indien, Singapur und Australien wollten Clubs und DJs teilnehmen.

Die alternative Kulturveranstaltung hatte 1989 mit 150 Tanzenden unter dem Motto „Friede, Freude Eierkuchen“ begonnen. 1999 lockte sie 1,5 Millionen Raver nach Berlin. 2001 verlor sie ihren Status als Demonstration, 2003 kamen nur noch 500 000 Besucher. 2004 und 2005 fand sie nicht mehr statt.

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