Teller erlitt vor einigen Tagen einen Schlaganfall
Entwickler der Wasserstoffbombe verstorben

Edward Teller, der Entwickler der Wasserstoffbome, ist verstorben. Im Alter von 95 Jahren verstarb der gebürtige Ungar und Kernphysiker am Dienstag im kalifornischen Stanford. Dies teilte das Lawrence Livermore National Laboratory auf seiner Webseite mit. Teller war politisch sehr umstritten.

HB STANFORD. Teller war maßgeblich am Bau der Atombombe in den 40er Jahren beteiligt. Den Abwurf der Bombe über Hiroshima und Nagasaki 1945 hatte er jedoch später immer wieder kritisiert. Von 1949 an entwickelte er die Wasserstoffbombe. Der gebürtige Ungar und Kernphysiker war politisch sehr umstritten. Teller starb in seinem Haus auf dem Gelände der Stanford Universität.

Vor einigen Tagen habe Teller einen Schlaganfall erlitten, berichtete das Labor. „Der Tod Dr. Edward Tellers stellt einen großen Verlust für dieses Labatorium und für die Nation dar“, sagte Livermore-Direktor Michael Anastasio. „Er war Wissenschaftler mit Leib und Seele.“

Teller hat über mehr als ein halbes Jahrhundert die amerikanische Verteidigungs- und Energiepolitik beeinflusst. Nach der Verleihung einer amerikanischen Friedens-Medaille vor zwei Monaten hatte Teller noch über seine Arbeit gesagt: „Im Laufe meines langen Lebens musste ich einige schwere Entscheidungen treffen und ich war oft im Zweifel, ob ich richtig gehandelt habe.“

Teller war am 15. Januar 1908 in Budapest zur Welt gekommen. 1926 fing er ein Studium in Deutschland an, da ihm als Juden der Zugang zu Universitäten in Ungarn versagt war. 1930 promovierte er an der Universität Leipzig unter dem späteren Nobelpreisträger Werner Heisenberg. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten kam Teller 1935 in die USA.

Von 1942 an arbeitete Teller beim so genannten „Manhattan Project“ in Los Alamos zur Entwicklung der ersten Atombombe mit. Von 1949 an trieb er die Entwicklung der Wasserstoffbombe voran. Am 1. November 1952 machten die USA den ersten Test mit der stärksten aller Massenvernichtungswaffen auf einem Atoll der Marshall-Inseln. Später setzte sich Teller für die Entwicklung von U-Boot-gestützten Nuklearraketen ein. Als Physiker wurde Teller für seine wissenschaftlichen Leistungen mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Teller hinterlässt nach Angaben des Lawrence Livermore National Laboratory zwei Kinder, vier Enkel und einen Ur-Enkel. Der Physiker hatte das Labor in den 50er Jahren mit aufgebaut und arbeitete dort bis 1977. Bis zu seinem Tod war Teller dort als Berater tätig.

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