Tennessee
Fünf Tote nach Schüssen auf US-Militäreinrichtungen

In Tennessee feuert ein Mann auf Büros des US-Militärs. Nach 30 Minuten sind fünf Menschen tot - darunter auch der Angreifer. Ein terroristischer Hintergrund wird geprüft.
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ChattanoogaBei einem bewaffneten Angriff auf zwei Militäreinrichtungen in der US-Stadt Chattanooga hat ein Mann vier Marine-Angehörige erschossen. Kurz danach starb auch er, wie die Behörden im Bundesstaat Tennessee am Donnerstag mitteilten. Unter den Verletzten sei ein Polizist, berichtete Bürgermeister Andy Berke. Zum Motiv des Schützen sagten die Ermittler zunächst nichts. Laut Bundespolizei FBI handelte es sich bei ihm um einen 24-Jährigen mit arabisch klingendem Namen. Bei den Ermittlungen werde ein terroristischer Hintergrund geprüft, berichtete Staatsanwalt Bill Killian.

Medienberichten zufolge kam der Mann aus einer kuwaitisch-jordanischen Einwanderer-Familie, lebte aber seit langem in den USA und war US-Bürger. Er wohnte danach in der Region von Chattanooga, war gut ausgebildet und hatte einen Ingenieursabschluss. Den Behörden sei er zuvor nicht als möglicher Terrorist aufgefallen, hieß es.

Es soll sich um einen Einzeltäter handeln. In den USA gab es schon mehrfach Überfälle auf US-Militäreinrichtungen. US-Präsident Barack Obama sagte am frühen Abend: „Wir nehmen alle bewaffneten Attacken sehr ernst.“ Der Täter sei inzwischen identifiziert, aber viele Details seien noch offen. Sein Mitgefühl gelte den Familien der Opfer, betonte Obama.

Der Schütze hatte den Angaben zufolge am Vormittag um kurz vor 11 Uhr zunächst Militär-Büros in Chattanooga im Südosten der USA angegriffen, war mit dem Auto weggefahren und eröffnete wenig später an einer zweiten Einrichtung erneut das Feuer. Medien sprachen von einem Rekrutierungsbüro und einer weiteren Einrichtung der US-Marine.

Der Angreifer habe „mehrere Waffen“ gehabt, sagte der FBI-Ermittler Ed Reinhold. Genauere Angaben dazu wollte er nicht machen. Unklar blieb zunächst auch, ob sich der Täter selbst umbrachte oder von Sicherheitskräften getötet wurde. Nach rund einer halben Stunde sei der Schrecken vorbei gewesen, berichtete Reinhold. Alle Opfer sowie der Angreifer seien am zweiten Tatort am Amnicola Highway gestorben.

Die Fahnder ließen den persönlichen Hintergrund des Täters zunächst offen. Auch über eine mögliche Verbindung zum Militär gab es keine Angaben. Der Mann soll jedoch nicht in einer der beiden Marineeinrichtungen angestellt gewesen sein. Staatsanwalt Killian bezeichnete die Tat als „brutale Attacke auf unsere Streitkräfte“.

Eine Augenzeugin, die sich am ersten Ort des Angriffs aufhielt, berichtete dem Sender CNN, ein Mann habe mehrere Male aus dem Auto gefeuert und sei dann davongefahren. Passanten flüchteten in umliegende Gebäude, hieß es. Die Polizei hatte die Gegend zeitweise abgesperrt.

Das nahe gelegene Chattanooga State College berichtete auf Twitter ebenfalls von Schüssen außerhalb des Campus und rief dazu auf, die Gebäude nicht zu verlassen und die Türen zu schließen. Der Betrieb des Colleges wurde vorübergehend eingestellt. Einige Geschäfte schlossen aus Sicherheitsgründen ebenfalls für den Rest des Tages.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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