Terror
El Kaida hinter Massaker im Jemen?

Über das Schicksal der deutschen Geiseln im Jemen gibt es immer noch keine bestätigten Informationen. Ein Sprecher erklärte in Berlin, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und die deutsche Botschaft in Sanaa bemühten sich intensiv um Aufklärung. Experten vermuten El Kaida hinter der Tat.

HB SANAA/SEOUL. Von einem Briten und fünf Deutschen fehlte am Dienstag weiter jede Spur. Schafhirten hatten am Montag nach jemenitischen Behördenangaben die verstümmelten Leichen von zwei deutschen Krankenschwestern und einer südkoreanischen Lehrerin gefunden. Die am Freitag verschleppten Ausländer arbeiteten für die niederländische Hilfsorganisation World Wide Service Foundation, die im Nordjemen medizinische Versorgung anbietet.

Das Außenministerium in Seoul verurteilte die Ermordung der entführten 34-jährigen Südkoreanerin am Dienstag auf das Schärfste. Die Tat sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Regierung könne ihre Wut sowie ihren Ärger kaum zurückhalten, sagte Außenamtssprecher Choe Jong Hyun. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Angaben zu den getöteten Deutschen zunächst nicht.

Bei den Entführten handelte es sich um einen deutschen Arzt, seine Frau und seine drei Kinder sowie um zwei weitere Deutsche, einen Briten und dessen südkoreanische Frau. Zwischenzeitlich hatte es am Montag geheißen, alle Geiseln seien tot aufgefunden worden. Diese Meldungen konnten jedoch zunächst nicht bestätigt werden.

Ein Stammesführer in der Region sagte, das Terrornetzwerk Al Kaida stehe hinter der Entführung und der Tötung der drei Frauen. Eine von der Regierung in Sanaa der Entführung beschuldigte schiitische Rebellengruppe erklärte umgehend, sie habe nichts mit dem Verschwinden der Gruppe zu tun.

Immer wieder werden Ausländer im Jemen von militanten Stämmen entführt, die Lösegeld oder Zugeständnisse von der Regierung erpressen wollen. Sie werden jedoch zumeist unversehrt wieder freigelassen.

War Al Kaida an einer Entführung beteiligt, ging sie für die Geiseln oft tödlich aus: Im März kamen im Jemen vier südkoreanische Touristen bei einem Selbstmordanschlag ums Leben, der Al Kaida zugeschrieben wurde. Im Januar hatten militante Islamisten die Gründung von Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel bekanntgegeben, ein Zusammenschluss der beiden Terrornetzwerke aus Saudi-Arabien und dem Jemen.

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