Terror in Oslo
Mehr als 80 Tote bei Anschlägen

Norwegen unter Schock: Mindestens 80 Jugendliche sterben bei einem Massaker auf der kleinen Ferieninsel Utøya, sieben Menschen durch eine Bombe in Oslo. Die Polizei verhaftete einen Norweger.
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Oslo/StockholmSchock, Verzweiflung und ungläubiges Entsetzen am Samstagmorgen in Norwegen: Mindestens 80 Jugendliche sind in einem Ferienlager auf der kleinen Insel Utøya 40 km westlich von Oslo einem offenbar allein handelnden Attentäter zum Opfer gefallen. Auch Polizeisprecher Oystein Mæland rang am Samstagmorgen mit sich, als er im TV-Sender NRK das Ausmaß des Massakers bekanntgeben musste: „Man kann das nur schwer fassen.“

Die 4,5 Millionen Norweger hörten und sahen im Fernsehen herzzerreißende Berichte von Überlebenden: Lisa Irene Johansen Aasbø etwa, von ihrer Mutter im Arm gehalten, erzählte, wie sie vor dem wild schießenden Attentäter in Polizeiuniform und schusssicherer Weste am Ende ins Wasser geflüchtet war, um schwimmend zu entkommen. „Ich habe überlebt, weil Menschen kamen und mich in ihr Boot gezogen haben.“

Aus Sicht der Helfer schilderte die Norwegerin Torill Hansen im NRK-Rundfunk, was für sie das Schlimmste war: Sie hatte mit ihrem Motorboot im Tyrifjord schwimmend flüchtende Jugendliche aus dem Wasser geholt. „Als ich zehn aufgenommen hatte, war das Boot voll. Es war so schrecklich, als ich die elften und zwölften abweisen musste.“

Lisa erzählte, wie der am Ende festgenommene 32-Jährige mitten in eine Versammlung der Jugendlichen in dem Ferienlager geschossen hatte. „Wir waren ja zusammengerufen worden, um über die Bombenexplosion in Oslo informiert zu werden.“ Auch der Anschlag im Regierungsviertel der Hauptstadt geht nach Überzeugung der Polizei auf das Konto desselben Attentäters.

Sieben Menschen starben bei der schweren Explosion, mindestens zehn wurden schwer verletzt. Nach der Explosion gegen 15.20 Uhr war der Mann wohl mit dem Auto zu der 40 km entfernten Insel gefahren, um das Jugendlager der Partei von Ministerpräsident Jens Stoltenberg zu attackieren.

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  • Es muß schlimm für die Norweger sein zu erfahren, daß ihr schlimmster Feind aus den eigenen Reihen kommt. Die Ungeheuerlichkeit, die Abscheulichkeit dieses Verbrechens wird hoffentlich auch vielen bei uns die Augen dafür öffnen, was rechte, nationalistische Ideologie - die heute auch bei uns wieder salonfähig geworden ist - anrichten kann.

  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr Geschmiere unter Ihrem Klarnahmen veröffentlicht. Ihr Haß läßt übrigens tief schließen, scheinbar haben Sie viel mit Kamelen zu tun.

  • Wenn Sie nur ein Programm sehen, kann Ihnen dieser Irrtum natürlich passieren. Phoenix hat z.B. ab ca. 15.50 bis 20 Uhr ununterbrochen über die Attentate berichtet.

    Aber Dumm reden ist manchmal scheinbar schöner.

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