Terror und Migration
Wie Donald Trump vom Syrien-Konflikt profitiert

Das Chaos in Syrien hat Donald Trumps Aufstieg erst möglich gemacht. Der Populist profitiert von Terror und Migration und hat deshalb nur wenig Interesse daran, den Konflikt zu lösen. Ein Kommentar.
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Wenn Donald Trump Syrien erwähnt, dann entweder weil er gegen Flüchtlinge oder die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton poltert. Ein Plan zur Lösung des Konflikts in dem Land? Fehlanzeige. Der Republikaner hat längst klargestellt, dass er nur daran interessiert ist, die Terrormiliz Islamischer Staat in Grund und Boden zu bomben.

Trumps Leitmotiv lautet „America first“. Seine Kampagne baut darauf auf, die amerikanischen Interessen in den Vordergrund zu rücken. Geht es nach ihm, sollen sich die USA außenpolitisch nur dort engagieren, wo der Nutzen die Kosten überwiegt. Im Klartext bedeutet das: Abschottung. Sollte Trump 2017 in das Weiße Haus einziehen, dürften die USA bald jede Unterstützung für die Rebellen fallen lassen. Russland hätte damit freie Hand in Syrien. Weil der Kreml-Machthaber Putin Baschar al-Assad unterstützt, rückt das Trump gleichzeitig auf die Seite des syrischen Regimes. Der Immobilienmogul weiß, dass das bei den Wählern nicht gut ankommt – und macht deshalb lieber die Ausbreitung des IS und die Flüchtlingsströme in Richtung Europa zum Wahlkampfthema.

Beide Komplexe sind jedoch eng mit dem Syrien-Konflikt verbunden. Wer eines der Probleme lösen will, muss sich auch der anderen annehmen. Daran hat Trump wenig Interesse: Er profitiert von Terror und Migration. Seine Popularität speist sich aus den Ängsten der Bevölkerung. Das wurde auch im TV-Duell gegen Clinton deutlich, in dem Trump viel über Grenzmauern und Bomben gegen den IS sprach. Das wenig überraschende Fazit nach der Debatte: kein Wort über Syrien.

Michael Verfürden
Michael Verfürden
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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