Terroralarm
Rätselraten um vermeintliche Paketbomben

Eine vermeintliche Bombe in einem US-Frachtflugzeug hat am Freitag im internationalen Luftverkehr Furcht vor einem Terroranschlag ausgelöst. Inzwischen geben die Behörden Entwarnung. Doch das verdächtige Päckchen könnte ein Test islamistischer Terroristen gewesen sein.
  • 0

HB WASHINGTON/LONDON. Ein internationaler Bombenalarm auf Flughäfen in den USA, England und Dubai hat neue Angst vor Terroranschlägen entfacht. Auf dem East-Midlands-Flughafen bei Nottingham wurde ein verdächtiges Paket entdeckt, das sich aber als Sprengstoffattrappe herausstellte. Auch in Dubai wurden die Behörden in einer Frachthalle auf ein Päckchen aufmerksam. US-Beamten zufolge gebe es Hinweise auf eine Verbindung zur Terrororganisation Al Kaida, wie der US-Fernsehsender CNN am Freitag berichtete.

Behörden vermuten einen Testlauf für einen echten Anschlag. Nach dem Fund wurden Dutzende Frachtflugzeuge der Gesellschaften UPS, DHL und FedEx untersucht. In Philadelphia wurden zwei Cargomaschinen, in Newark bei New York eine weitere auf abgelegene Parkpositionen gezogen, um die Fracht zu durchsuchen. Ein UPS-Lastwagen wurde ebenfalls gestoppt und nach verdächtiger Fracht durchsucht.

Das in England gefundene Paket sollte an eine Synagoge in Chicago geschickt werden. Auch das zweite Paket in Dubai sollte an eine Adresse in den USA gehen. Beide stammten vom selben Absender im Jemen. Nach britischen Geheimdienstberichten handelt es sich um einen Mann mit Verbindungen zum Umfeld der Terrororganisation von Osama bin Laden. Das arabische Land war in den vergangenen Monaten verstärkt ins Visier internationaler Terrorfahnder gerückt.

US-Präsident Barack Obama wurde bereits am Donnerstagabend von den Funden unterrichtet. Er wies sofort die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden an, „Maßnahmen zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung zu ergreifen“, wie sein Sprecher Robert Gibbs sagte.

Der ranghöchste Republikaner im Heimatschutz-Ausschuss des Senats, Peter King, geht von einem abgestimmten Vorgehen aus. „Es gab eine Koordinierung, es gab eine Absicht“, sagte er im Fernsehen. Welches Motiv genau sich mit den Paketen wohl verband, sagte er nicht.

In England war die Sendung in einem Verteilzentrum gefunden worden. Es war offenbar mit einem Frachtflugzeug des US-Paketdienstes UPS befördert worden. Sicher war das jedoch zunächst nicht. Das Paket habe auch per Schiff und Lastwagen in das Zentrum gelangen können.

Seite 1:

Rätselraten um vermeintliche Paketbomben

Seite 2:

Kommentare zu " Terroralarm: Rätselraten um vermeintliche Paketbomben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%