Terrorangst
Wenn ein Flashmob außer Kontrolle gerät

Chaos an der Costa Brava: Fünf deutsche Jugendliche planen ein Flashmob in einem spanischen Urlaubsort – und lösen einen Polizeieinsatz aus. Denn ihren nächtlichen Spaß interpretieren viele Passanten völlig falsch.

Ein Flashmob hat in der Touristenhochburg Platja D'Aro an der spanischen Costa Brava eine Massenpanik ausgelöst. Die Polizei nahm nach Angaben vom Mittwoch fünf deutsche Frauen fest, die den Flashmob organisiert haben sollen. Die jungen Frauen hatten über soziale Netzwerke dazu aufgerufen, am Dienstagabend an der gut besuchten Strandpromenade die Verfolgung eines Stars durch Fans nachzustellen, wie die Polizei der Region Katalonien am Mittwoch mitteilte.

Bei der Aktion flohen viele unbeteiligte Gäste in Panik, als die deutschen Jugendlichen plötzlich anfingen zu kreischen und Selfiesticks schwenkten. Die rennenden, schreienden Menschen weckten bei Augenzeugen Erinnerungen an das Attentat von Nizza am 14. Juli, bei dem ein Mann mit einem Lastwagen durch eine völlig überraschte Menschenmenge raste und 84 Menschen tötete. Außerdem verwechselten die Passanten die Sticks offenbar mit Schusswaffen. Bei der Polizei gingen Meldungen über Schüsse ein, die sich als falsch herausstellten. In sozialen Medien informierte sie später über den Vorfall und stellte klar, dass keine Schüsse gefallen seien.

Videoaufnahmen der Aktion in Platja d'Aro zeigten allerdings verängstigt durch die Straßen rennende Menschen und weinende Kinder. Manche suchten Zuflucht in Restaurants, in denen im Tumult das Geschirr zu Boden fiel. Nach Polizeiangaben mussten elf Menschen wegen Schnittwunden, Panikanfällen oder Herzrasen behandelt werden.

„Es gibt Witze, die sind nicht zulässig“, erklärte Kataloniens Präsident Carles Puigdemont im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ein Volksvertreter aus Platja d'Aro, Pep Solé, kündigte Konsequenzen für die Deutschen an. Nach Angaben einer Polizeisprecherin handelte es sich bei den fünf Initiatorinnen des Flashmobs um Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren, die eine Jugendreise begleiteten. Sie sollten noch am Mittwoch wegen Störung der öffentlichen Ordnung einem Richter vorgeführt werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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