Terrorpläne aufgedeckt
Attentat auf Flugzeug geplant

Die Bundesanwaltschaft hat Vorbereitungen auf einen Anschlag auf ein Verkehrsflugzeug in Deutschland aufgedeckt. Allzuweit sind die Attentäter und ihre Hintermänner allerdings nicht gekommen: Kaum waren sie festgenommen, wurden sie bereits wieder auf freien Fuß gesetzt.

HB KARLSRUHE. Wie die Bundesanwaltschaft am Montag mitteilte, hatten mehrere Verdächtige bereits eine Person mit Zugang zum Sicherheitsbereich eines deutschen Flughafens dazu überredet, gegen Geld einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in eine Verkehrsmaschine zu schmuggeln. Allerdings seien sich die Beteiligten nicht über die Höhe des Terrorlohns einig geworden, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Derzeit seien sechs namentlich bekannte Beschuldigte im Visier der Ermittler. Sie wurden am Freitag vorläufig festgenommen, aber am Samstag - bis auf einen wegen einer anderen Tat in Haft sitzenden Beschuldigten - wieder auf freien Fuß gesetzt. Parallel dazu ließ die Bundesanwaltschaft mit Billigung des Bundesgerichtshofs neun Wohnungen in Rheinland-Pfalz und Hessen durch Beamte des Bundeskriminalamts und der Landeskriminalämter durchsuchen.

Nach unbestätigten Berichten handelt es sich bei dem betroffenen Flughafen um den Rhein-Main-Flughafen Frankfurt. Weder der Betreiber Fraport noch die Bundesanwaltschaft wollten dazu Stellung nehmen.

Nach Angaben der Ermittler stehen unbekannte Mitglieder einer terroristischen Vereinigung als Auftraggeber hinter den Anschlagsplanungen. Mit ihnen hätten einige der vorübergehend festgenommenen Verdächtigen auch über den Lohn für den zur Unterstützung bereiten Helfer verhandelt, ohne dass es jedoch zu einer Einigung über die Höhe kam. Die Bundesanwaltschaft lehnte jede Stellungnahme zu Einzelheiten des Anschlagsplan und Identität der Verdächtigen ab. Aus Justizkreisen war aber zu hören, dass sich die Planungen im „sehr frühen Stadium“ befunden hätten.

Die Bundesregierung hält auch nach den Erkenntnissen über die Anschlagspläne an ihrer Gefahreneinschätzung fest. „Wir sind Teil eines Gefahrenraums“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. „Wir müssen damit rechnen, dass es immer wieder Gruppen gibt von Leuten, die konkrete Anschlagsplanungen in sich tragen.“ Er wollte sich nicht dazu äußern, ob der Anschlag etwa zur Zeit der Fußball-WM geplant gewesen sei oder welcher Flughafen hätte betroffen sein können.

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