Test in 69 Städten
So dreckig ist unser Trinkwasser

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Wasserwerke stecken in einem Dilemma

Von Seiten der Wissenschaftler handelt es sich bei der Trinkwasserbelastung in Deutschland allerdings nicht um ein ernsthaftes toxikologisches Problem. Gerd Hamscher vom Institut für Lebensmittelchemie und -biotechnologie der Universität Gießen spricht vielmehr von hygienischen Problemen der deutschen Wasserversorger und nimmt sie gleichzeitig in Schutz.

Denn auch mithilfe modernster Filtertechnologie ließen sich die Rückstände im Wasser nicht vollständig entfernen. Deswegen bleibt vielen Wasserwerken nichts weiter übrig, als sich an den gesundheitlichen Orientierungswert (GOW) der Trinkwasser-Verordnung zu halten. Dieser Grenzwert gilt auch für das MRT-Kontrastmittel Gadolinium, auf das Öko-Test hin im Trinkwasser getestet hat.

Das Metall wirkt in seiner freien Form äußerst toxisch auf die menschliche Muskulatur, die Mitochondrien und die Blutgerinnung. Vor Untersuchungen im MRT wird Gadolinium in die Blutbahn gespritzt, das später über die Nieren ausgeschieden werden und über die Toilettenspüllung ins Abwasser und die Klärwerke gelangt.

Die laut Öko-Test am stärksten mit diesem Kontrastmittel belasteten Trinkwasser kamen dabei aus den Wasserwerken in Mülheim, Oberhausen und Bochum. Keinerlei Gadolinium-Rückstände waren in Aachen, Bremen und Dresden zu finden.

Wirklich gefährlich war das Trinkwasser aus den besonders belasteten Wasserwerken allerdings nicht. Mit einem Anteil von 34 bis 40 Nanogramm pro Liter ist man noch weit vom GOW entfernt, der bei 100 Nanogramm pro Liter liegt. Doch laut Öko-Test heißt das nicht: Entwarnung. Denn die Langzeitwirkung geringer Gadolinium-Verschmutzung im Trinkwasser auf die Umwelt und den Menschen sind weitgehend unbekannt.

Die Untersuchungen von Öko-Test haben ergeben, dass vor allem Wasserwerke, die ihr Trinkwasser durch Uferfiltration gewinnen, die höchsten Gadoliniumwerte vorweisen. An der Ruhr wird diese Technik besonders oft von den anliegenden Wasserwerken verwendet. Aber auch in Münster, Regensburg und Ulm waren die Werte erhöht, obwohl dort Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen wird.

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Kommentare zu " Test in 69 Städten: So dreckig ist unser Trinkwasser"

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  • @Herr Martin Zühlke: Die Verschwörungstheorien von heute sind die Wahrheiten von morgen!

  • Wenn die Trinkwasserversorgung in der EU erst einmal privatisiert ist, wird mit Sicherheit alles besser, gelle?

  • Eine solche Schlagzeile in einer seriösen Zeitung? Wenn Sie Ihren eigenen Artikel lesen würden, wäre ihnen klar, dass sie über Trinkwasser schreiben das allen gesetzlichen Normen einhält. Und Deutschland hat mit die strengsten Wassergesetze der Welt. Das im Milliardstel Gramm pro Liter gefundene Gadulilium trinken Patienten bei einer MRT Untersuchung in einer Dosis von 16 Milllitern pro Kilo Körpergewicht, und scheiden es dann rückstandlos wieder aus. Was soll das also für ein Dreck sein? Es scheint ir der Autor war nur an Klicks interessiert, aber nicht an seriöser Berichterstattung. Ökotest war deutlich seriöser.

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