Test in 69 Städten
So dreckig ist unser Trinkwasser

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Zu wenig Tests

Neben dieser Art der Trinkwassergewinnung ist auch das Untersuchungsverhalten vieler deutscher Wasserwerke bedenklich. Oft wird das Trinkwasser nach einmaliger Untersuchung, bei der keinerlei gefährlichen Rückstände gefunden wurden, später keinen weiteren Tests unterzogen.

Die Wasserwerke in Mainz haben zum Beispiel ihr Trinkwasser zuletzt 2008 hinsichtlich Arzneimittelrückständen untersucht. Aus Mönchengladbach heißt es: Wie wir [...] bereits beschrieben haben, sind Screenings und bekannte Hauptbelastungen von Arzneimittelrückständen untersucht worden. Diese Messungen waren wie erwartet unterhalb der Nachweisgrenze, sodass in Absprache mit dem Gesundheitsamt auf weitergehende Beprobungen verzichtet werden konnte.“

Einige der betroffenen Wasserwerke wollten sich zu den Ergebnissen der Öko-Tester nicht äußern. Andere hingegen zeigten etwas mehr Kreativität. Die Braunschweiger Wasserwerke BS-Energy und die Stadtwerke Münster machten verunreinigte Wasserrohre hinter den Hausanschlüssen als Schuldige aus.

Auch die verchromten Armaturen im Bad können für eine Gadoliniumbelastung verantwortlich sein. Die Experten der Öko-Test zeigten sich von diesen Erklärungsversuchen überrascht. Sie hatten von solchen Effekten auf das Trinkwasser noch nie gehört.

Öko-Test rät Verbrauchern deswegen bei der Verwendung von Trinkwasser die Qualität des jeweiligen Wassers bei den örtlichen Wasserwerken oder im Gesundheitsamt zu erfragen. Außerdem weist das Verbrauchermagazin darauf hin, dass von den gemessenen Gadoliniumbelastungen keinerlei unmittelbare gesundheitliche Risiken ausgehen.

Roman Tyborski
Roman Tyborski
Handelsblatt / Volontär

Kommentare zu " Test in 69 Städten: So dreckig ist unser Trinkwasser"

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  • @Herr Martin Zühlke: Die Verschwörungstheorien von heute sind die Wahrheiten von morgen!

  • Wenn die Trinkwasserversorgung in der EU erst einmal privatisiert ist, wird mit Sicherheit alles besser, gelle?

  • Eine solche Schlagzeile in einer seriösen Zeitung? Wenn Sie Ihren eigenen Artikel lesen würden, wäre ihnen klar, dass sie über Trinkwasser schreiben das allen gesetzlichen Normen einhält. Und Deutschland hat mit die strengsten Wassergesetze der Welt. Das im Milliardstel Gramm pro Liter gefundene Gadulilium trinken Patienten bei einer MRT Untersuchung in einer Dosis von 16 Milllitern pro Kilo Körpergewicht, und scheiden es dann rückstandlos wieder aus. Was soll das also für ein Dreck sein? Es scheint ir der Autor war nur an Klicks interessiert, aber nicht an seriöser Berichterstattung. Ökotest war deutlich seriöser.

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