Testfahrer will in Revision gehen
Raserprozess: Kritik und Zustimmung zum Urteil

Während der Verkehrsclub Deutschland das Urteil der Karlsruher Richter als zu milde bezeichnet, begrüßt der ADAC die Entscheidung der Richter. Das Gericht hat den Daimler-Chrysler-Ingenieur zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat das Raser-Urteil des Karlsruher Landgerichts als „unangemessen nachsichtig“ kritisiert. „Wenn ein Gericht wie im Falle des rasenden Testfahrers eindeutig die Schuld des Angeklagten feststellt, sollte die Strafe das auch zum Ausdruck bringen“, sagte der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann. „Schließlich ist Raserei mit Todesfolge eine schwerwiegende Straftat.“

Das Urteil stehe „in der schlechten Tradition vergleichbarer Fälle, die lebensbedrohliche Verkehrsvergehen als Kavaliersdelikte erscheinen ließen“, erklärte der VCD. Zur Abschreckung sei ein dauerhafter Entzug des Führerscheins erforderlich. Neben solchen Bestrafungen sei aber auch die Politik mit Tempolimits gefordert, um die Zahl der Verkehrstoten auf Null zu senken.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) begrüßte dagegen das Urteil. „Ich glaube, dass dies eine Warnung für Autofahrer ist und das Urteil eine Präventiv-Wirkung hat“, sagte der Chefjurist des ADAC in München, Eckhart Jung. Von dem Urteil gehe ein klares Signal aus, dass im Straßenverkehr „Rücksichtnahme und nicht Rowdytum“ gefordert sei. Das Strafmaß bewege sich in einem angemessenen Rahmen.

Der Vorsitzende des Auto Clubs Europa (ACE), Wolfgang Rose, sagte in Stuttgart: „Wenn nach Auffassung des Gerichts die Beweiskette zweifelsfrei geschlossen wurde, ist der Schuldspruch nur folgerichtig. Ungeachtet des verhängten Strafmaßes gehören Raser gesellschaftlich geächtet. Rowdytum hat auf unseren Autobahnen nichts zu suchen.“

Das Karlsruher Gericht verurteilte den 35-jährigen Autobahnraser am Donnerstag in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Der DaimlerChrysler-Ingenieur muss außerdem 12  000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und seinen Führerschein für ein Jahr abgeben.

Seite 1:

Raserprozess: Kritik und Zustimmung zum Urteil

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%