Teufelsberg in Berlin
Ein Ohr an der Schiene der Geschichte des Kalten Krieges

Der Teufelsberg in Berlin war einst eine Abhöranlage, von der die Westmächte aus ihren Lauschangriff auf den Osten starteten. Heute ist die Spionagehochburg nur noch eine Ruine - und Touristenattraktion.
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BerlinWer in Berlin nach den Spuren des Kalten Krieges sucht, hat es nicht leicht. Von der Mauer sind nur Reste erhalten. Doch auf dem Teufelsberg in Charlottenburg, mit 114 Metern die höchste Erhebung der Hauptstadt, ist ein Relikt zu finden, das Kulisse für einen Spionagefilm sein könnte. Von der Abhöranlage mit der markanten weißen Kuppel belauschten die Briten und Amerikaner den Ost-Block bis in 700 Kilometer Entfernung. Seit kurzem gibt es Touren durch die Ruine, die einmal „top secret“ war.

Die Besucher, die sich auf einem Parkplatz treffen, sind neugierig. Führer Andreas Jüttemann erinnert daran, dass es für den Westen wichtig war, zu wissen, was im Ost-Block und besonders in der DDR-Führung vorging. Noch wichtiger wurde dies nach der Niederschlagung des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 in Ost-Berlin.

Die Besuchergruppe steigt an Weinbergen vorbei den Hügel hoch, der aus rund 25 Millionen Tonnen Kriegs-Trümmern besteht. Der zur NS-Zeit gebaute Bunker ist nicht mehr zugänglich. Oben passt ein Sicherheitsmann auf, dass keine ungebetenen Besucher kommen. Das Gebäude leidet unter Vandalismus: Die Fenster sind kaputt, die Einrichtung liegt in Trümmern. Selbst die Rohre wurden gestohlen.

In der ab 1955 errichteten Abhöranlage arbeiteten 1500 Leute in drei Schichten. Es muss ein bisschen wie im Gefängnis gewesen sein. Nur die Kantine hatte Fenster, wie Jüttemann erklärt. Die Abhörarbeit ohne Tageslicht und bei stickiger Luft war belastend. Oft sollen sich die Spione mit Alkohol getröstet haben. „Am Ende der Schicht haben sie dem Busfahrer einfach gesagt, fahr uns zum Pub“, erzählt Jüttemann.

Und von wegen Alliierte: Briten und Amerikaner misstrauten sich. „Zeitzeugen vermuten, dass sich die beiden gegenseitig abgehört haben.“ Gewiss ist, dass sie die Arbeit doppelt gemacht haben: „Das Komische war, sie haben dasselbe abgehört, aber parallel. Also wurde nie ausgetauscht, was sie abgehört haben. Briten und Amerikaner waren komplett getrennt.“

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  • Die Aböranlage,die Berlin-Field-Station ist ein wichtiger Teil der Berliner Geschichte und muss erhalten werden!Auch die Amerikaner fordern dies seit Jahren,siehe www.fsbvg.org

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