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The Giving Pledge: SAP-Gründer Plattner spendet Milliarden

Vor über 40 Jahren gründete Hasso Plattner den Software-Riesen SAP. Heute ist er Milliardär. Als erster Deutscher tritt er der Initiative von Buffett und Gates bei und verspricht, die Hälfte seines Vermögens zu spenden.

Als erster Deutscher spendet der Milliardär Hasso Plattner über die Hälfte seines Vermögens. Quelle: dpa
Als erster Deutscher spendet der Milliardär Hasso Plattner über die Hälfte seines Vermögens. Quelle: dpa

New YorkSAP-Mitbegründer Hasso Plattner will mindestens die Hälfte seines Milliardenvermögens verschenken. Das ist zumindest das Aufnahmekriterium für die Spendeninitiative „The Giving Pledge“ von Warren Buffett und Bill Gates. Die Aktion, zu deutsch „Das Spendenversprechen“, gab Plattner am Dienstag in New York als ersten Deutschen im exklusiven Club der Superspender bekannt. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 69-Jährigen auf 7,2 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro).

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Die Schwächen von SAP

  • Schwache Position auf US-Markt

    Der US-Markt ist für SAP äußerst wichtig – allerdings hat das Unternehmen hier mit Oracle einen sehr agilen und aggressiven Konkurrenten. Mit dem US-Konzern beharkt sich SAP auch juristisch, in einem Streit um den Diebstahl von Geschäftsdaten fordert dieser saftigen Schadenersatz. Die Übernahme der beiden amerikanischen Cloud-Dienstleister Ariba und SuccessFactors für insgesamt 7,8 Milliarden Dollar soll das US-Geschäft von SAP stärken.

  • Abhängigkeit von Großkunden

    Trotz aller Bemühungen um Mittelständler ist SAP stark von den Großkunden abhängig. Damit leidet das Unternehmen stärker unter Konjunkturschwankungen – im Abschwung schieben die Konzerne große Investitionen lieber auf. SAP will mit alternativen Geschäftsmodellen gegensteuern, etwa Miet-Software (Software as a Service), für die die Kunden monatliche Gebühren statt Lizenzen zahlen.

  • Wechselkursrisiken

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Wechselkurseffekte den Gewinn niedriger ausfallen lassen. Die Euro-Stärke gegenüber asiatischen Währungen kostete den Weltmarktführer für Software zur Unternehmenssteuerung beispielsweise 400 Millionen Euro Gewinn.

Plattner gründete vor über 40 Jahren den Software-Riesen SAP, das heute eines der wertvollsten Unternehmen in Deutschland und der weltgrößte Anbieter für Unternehmenssoftware ist. Plattner, der inzwischen die meiste Zeit in Deutschland lebt, gilt als einer der größten Visionäre der Informationstechnologie und leitet zurzeit das Kontrollgremium von SAP.

Die Stärken von SAP

  • Hoher Börsenwert

    Hohe Schulden, wenig Innovationen, kritische Kunden: SAP stand 2009 gehörig unter Druck. Der niedrige Aktienkurs befeuerte Übernahmegerüchte. Heute brummt das Geschäft wieder, an der Börse ist der Software-Konzern deswegen deutlich mehr wert. Ein Garant für die Eigenständigkeit.

  • Lukratives Wartungsgeschäft

    SAP ist ein Software-Konzern, macht aber inzwischen mehr Umsatz mit der Wartungsverträgen als mit Lizenzen. Das beschert dem Unternehmen langfristig planbare Einnahmen. Das gilt auch für Cloud-Dienste, die bislang noch relativ wenig zum Umsatz beitragen, aber stark wachsen und daher als Geschäft der Zukunft gelten.

  • Zukunftstechnologie Hana

    Mit der superschnellen Datenbank-Technologie Hana hat SAP ein Ass im Ärmel: Weil sie Daten im schnellen Hauptspeicher vorhält und nicht erst von einem langsameren Datenträger holen muss, kann sie laut SAP hunderte Milliarden Datensätze in Echtzeit auswerten. Damit beschleunigt der Software-Hersteller seine betriebswirtschaftlichen Anwendungen – eine Kampfansage an den Rivalen Oracle. SAP will die Technologie aber auch außerhalb des Kerngeschäfts vermarkten, etwa für die medizinische Analytik oder der Steuerung von Stromnetzen. Der Umsatz damit ist noch gering, aber die Chancen sind immens.

Als erster Deutscher gibt der SAP-Gründer mindestens die Hälfte seines Vermögens an die Spendeninitative „The Giving Pledge“ von Warren Buffett und Bill Gates, die sich zum Ziel gesetzt hat die reichsten Personen in Amerika und der Welt einzuladen, den Großteil ihres Reichtums der Philantropie zu geben. Weit über 40 Milliardäre haben sich bisher der Kampagne angeschlossen, unter ihnen der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, New York Citys Bürgermeister Michael Bloomberg und der Schöpfer der Indiana-Jones- und Star-Wars-Filmreihen, George Lucas.

  • 20.02.2013, 17:24 UhrDementi

    @Redaktion Plattner hat doch bereits dementiert, es handelt sich wohl um eine Falschmeldung!

  • 20.02.2013, 12:17 UhrHagen_von_Tronege

    Der Gismas-Effekt:
    Können Sie sich an Ihren Katechismus-Unterricht erinnern? Gismas - der "Schächer" (=Verbrecher) am Kreuz, rechtskräftig zum Tode verurteilt, der Jesus bittet, wenn er in den Himmel käme, etwas für ihn zu tun?

    Und der dann tatsächlich auch ins Paradies kommt?

    Bill Gates, der Gründer seiner Stiftung, hat sein Vermögen mit teils sehr grenzwertigen Methoden erreicht: die zwar nach amerikanischem Recht legal, aber nach europäischem Verständnis zumindest nicht legitim waren. Wie er Lotus123 beseitigt hat, hat Wirtschaftsgeschichte geschrieben.

    Wie er den ersten funktionierenden Browser Netscape erledigt hat, ebenso. "Schwebende" Kartellverfahren nimmt er bei seinem Vermögen gelassen.

    Um von diesem Image los zukommen, bietet sich eine "wohltätige" Stiftung an. Diese ist auch nur vor dem amerikanischen Steuerrecht zu verstehen.

    Die Stiftung bietet Amerikanern zweifachen Nutzen: sie können Steuern sparen und kommen trotz Ihrer Taten in den Himmel. Wie Gismas.

    Dass Herr Plattner ein Teil seines Geldes spendet ist sehr gut. Aber warum an eine so fragwürdige Stiftung wie die von Bill Gates und Buffet?? Die das alte Geschäftsmodell fortführen und Stiftungsgeld in Entwicklung und Vertrieb überteuerter AIDS-Mittel stecken??? (weitere Beispiele unter Wikipedia).

  • 20.02.2013, 10:50 UhrHeidi

    Wenn man sich so anschaut wie "erfolgreich" die meisten Organisationen mit Spendengeldern umgehehen - fragt man sich auch hier ob dem Allgemeinwohl nicht damit mehr gedient gewesen wäre bei der Vermögensbildung zugunsten günstigerer Preise für die eigenen Kunden etwas auf die Bremse zu treten und auch die eigenen Angestellten besser zu bezahlen.
    Wohlgemerkt: Das ist kein Plädoyer für höhere Steuern - nur sollte man sehen daß die meisten "professionellen Weltbeglücker" eben auch nicht erfolgreicher sind als der Staat.

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