Therapie schlägt an
Hoffnung für EHEC-Patienten

Die Therapie von EHEC-Patienten mit einem Antikörper scheint nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover erfolgreich zu verlaufen. Die Forscher wollen noch heute über Details berichten.
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Hamburg/HannoverDie Therapie von EHEC-Patienten mit einem Antikörper scheint nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erfolgreich zu verlaufen. Dies könne bei aller gebotenen Vorsicht gesagt werden, erklärte die Hochschule am Montag. Mediziner setzen bei einer schweren Komplikation von EHEC - dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) - auf den neuen Wirkstoff Eculizumab. Dieser Antikörper hatte 2010 bei drei EHEC-infizierten Kindern die HUS-Symptome drastisch gebessert, wie Ärzte und Wissenschaftler im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ berichten. Für 14.00 Uhr lädt die MHH zu einer Pressekonferenz zu der neuen Therapie-Möglichkeit ein, an der auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) teilnimmt.

Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Welle von EHEC-Infektionen in Deutschland noch nicht gestoppt ist. Bundesregierung, Länder und Behörden wollen am Nachmittag in einem Spitzentreffen beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin über die Lage beraten. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) informierten sich dabei mit den Ländervertretern über den Stand der Untersuchungen zu den EHEC-Fällen und die HUS-Erkrankungen, teilte das Verbraucherministerium am Montag in Berlin mit. Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ist eine schwere Komplikation bei EHEC-Kranken.

Immer mehr Menschen sterben wegen des aggressiven Erregers. Am Wochenende stieg die Zahl der Toten auf zehn - alle Opfer stammten aus Norddeutschland. Viele Patienten liegen in äußerst kritischem Zustand auf der Intensivstation.

Die Situation dort ist dramatisch: „Wir werden weitere Menschen verlieren“, sagte Prof. Jörg Debatin, Chef des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE). vier Kinder und 14 Erwachsene sind auf der Intensivstation. 30 am hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) Erkrankte haben keine Nierenfunktion mehr. Wer einen schweren HUS-Verlauf überlebe, müsse auch mit bleibenden neurologischen Störungen und Nierenschäden rechnen.

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