Thronfolgeregeln
Britische Prinzen werden nicht mehr bevorzugt

Das britische Königshaus macht Schluss mit der Benachteiligung von Frauen: Söhne und Töchter werden bei der Thronfolge jetzt gleichrangig behandelt. Bislang mussten Schwestern ihren jüngeren Brüdern den Vortritt lassen.
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PerthDie Chancen, als Frau an der Spitze des britischen Könighauses zu stehen, sind sprunghaft gestiegen. Die Commonwealth-Staaten stimmten am Freitag überein, eine jahrhundertelange Diskriminierung zu beenden: Die automatische Bevorzugung von Söhnen bei der Thronfolge entfällt. Künftig kann eine erstgeborene Tochter Königin werden und muss einem jüngeren Bruder nicht mehr den Vortritt lassen.

Die Bestimmung, dass ein jüngerer Bruder anstatt seiner älteren Schwester den Thron besteige, nur weil er ein Mann ist, stehe im Widerspruch zum Bild zu modernen Gesellschaften, sagte der britische Premierminister David Cameron im australischen Perth bei einer Zusammenkunft des Staatenbundes. Auch dürfen Thronfolger in Zukunft Katholiken heiraten, was die von 1688 und 1700 stammenden Thronfolgeregeln ebenfalls untersagt hatten.

Die Vorgaben stammen aus der Zeit von König Heinrich VIII., der Mitte des 16. Jahrhunderts mit der katholischen Kirche in Rom brach: Katholiken galten damals in England als Staatsfeinde. Das Thema Thronfolge bekam in Großbritannien durch die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton wieder Konjunktur. Ohne die Änderung wäre der erste Sohn König geworden - selbst wenn er eine ältere Schwester gehabt hätte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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