Tickende Zeitbombe: Mehr verzehrte Meerestiere, mehr Schadstoffe

Tickende Zeitbombe
Plastikmüll verseucht Nord- und Ostsee

Mehr verzehrte Meerestiere, mehr Schadstoffe

„Bislang ist noch wenig darüber bekannt, welche Auswirkungen Plastik in Organismen genau hat“, sagt Mikrobiologe Gerdts. Allerdings hätten Experimenten bereits nachgewiesen, dass die Aufnahme von winzig kleinen Plastikteilen in hoher Konzentration zu Entzündungen führen könne. In den Magen-Darm-Trakten von 95 Prozent der tot angespülten und untersuchten Eissturmvögel konnte Plastik nachgewiesen worden, sagt Nabu-Experte Detloff.

„Ein großes Problem ist, dass die Mikroplastik-Artikel lipophile (fettlösliche) Schadstoffe wie einen Schwamm aufsaugen“, sagt der Toxikologe Edmund Maser vom Universitäts-Klinikum Schleswig-Holstein. Das betreffe neben Weichmachern beispielsweise das als krebserregend geltende PCB oder das Insektizid DDT. Fressen Meerestiere diese Partikel, weil sie diese fälschlicherweise für Plankton halten, nehmen sie die Schadstoffe auf. „Für den Menschen bedeutet es, dass er durch den Verzehr von solchen Meerestiere eben mehr dieser Schadstoffe aufnimmt. Viele dieser Schadstoffe beeinträchtigen auch das Hormonsystem. Es ist zur Zeit nicht einschätzbar, ob sich diese endokrinen Effekte auch auf den Menschen auswirken, aber die Gefahr besteht.“

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sieht die Vermüllung der Meere mit Sorge. „Es kann nicht sein, dass Meeressäuger und Seevögel sich in Abfall verheddern, dass sie Plastikteile anstelle von Fisch im Magen haben, sich kleinste Kunststoffteile in der Nahrungskette anreichern - nur, weil die Meere zu Müllhalden werden“, sagt er.

Auf Helgoland läuft derzeit ein Forschungsprojekt Microplast. Mit einem Infrarot-Spektrometer wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie viel Plastik etwa in einer Nordseekrabbe steckt. Der NABU setzt auf die Öffentlichkeitswirkung eines auf Fehmarn gestarteten Littering-Projekts. Mittlerweile beteiligen sich auch Hafen Sassnitz auf Rügen und vier niedersächsische Häfen daran. Fischer entsorgen dort mit ihren Netzen aus dem Meer gefischtes Plastik. Gut eine Tonne sei bereits aus dem Meer geholt worden, sagt Nabu-Referent Detloff.

Seite 1:

Plastikmüll verseucht Nord- und Ostsee

Seite 2:

Mehr verzehrte Meerestiere, mehr Schadstoffe

Kommentare zu " Tickende Zeitbombe: Plastikmüll verseucht Nord- und Ostsee"

Alle Kommentare
  • Nicht nur die Nordsee, auch dne Atlantik. Ja, da werden wohl die Kreuzfahrtschiffe auch ihren Anteil dazu beitragen!

  • Man wieder ein typischer Alarmistenartikel mit lauter fragwürdigen Behauptungen ohne jeglichen Beweis.

    Eine davon greife ich mal heraus:

    ..."Bis zu einer Million Seevögel und 100 000 Meeressäuger sterben laut Umweltschützern jährlich den Plastiktod..."

    Wie kommen Sie auf diese Zahlen?
    Für welche Gebiete gelten diese Zahlen?
    Wer hat das nach welchen wissenschaftlichen Methoden untersucht?
    Wer sind "Umweltschützer", die solche Behauptungen aufstellen?

    Fragen über Fragen.
    Ein mieser Artikel.

  • Tja hier sehen wir Du Pont´schen Patente aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Die Nylonfaser wurde propagiert, gleichzeitig die nicht umweltbelastende Hanffaser bis heute dämonisiert. Jahrtausende alte hochwirksame Hanfmedizin verboten auf dem gesamten Planeten u. durch schädliche umweltbelastende Chemiemedizin mit oftmals tödlichen Nebenwirkungen für Patienten zu Gunsten der Chemie u. Pharmaindustrie ersetzt. Länder wie Bhangladesh (Bhang=Hanf ladesh=Landbewohner also Hanflandbewohner) wurden in unserem Sprachgebrauch zu Bangladesch=Bengalenlandbewohner zur Volksverdummung um gedeutet. Machen wir uns nichts vor, unsere Politiker treffen schon lange keine vernünftigen Entscheidungen mehr, wenn es um die Gesundheit der Menschen geht.

Serviceangebote