Tief „Zeynep“
Erst die Hitze, dann das Donnerwetter

Tief „Zeynep“ hat den Frühsommer unterbrochen und in Teilen Deutschlands für kräftige Unwetter gesorgt. Im Norden krachte es auf einer vereisten Autobahn. In Hessen warfen die Wassermassen Gullideckel auf die Straße.
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BerlinTief „Zeynep“ hat in Teilen Deutschlands für heftige Wetterkapriolen gesorgt. Auf einer vereisten Autobahn in Schleswig-Holstein krachten in der Nacht zum Freitag neun Fahrzeuge ineinander. Vier Menschen wurden nach der Karambolage nahe Rendsburg von Ärzten versorgt. „Nach einem starken Hagelschauer war die Fahrbahn innerhalb kurzer Zeit vereist und spiegelglatt“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen.

In Hessen tobte das Gewitter vor allem über Fulda. Die Wucht der Wassermassen war so stark, dass Gullideckel herausgedrückt wurden. Auch die Bahnhofshalle stand am Donnerstagabend unter Wasser. Die Feuerwehr rückte zu 30 Unwettereinsätze aus. Die Retter pumpten etliche geflutete Keller leer, wie die Polizei mitteilte. Nach rund einer Stunde zog die Gewitterfront weiter. Es gab keine Verletzten.

In Nürnberg tobte in den Abendstunden ein Hitzegewitter mit Hagel, Blitz und Donner. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, wurden etliche Häuser abgedeckt. Abgeknickte Bäume blockierten Straßen, herabfallende Äste beschädigten Autos und Gebäude. Umgeknickte Bäume hingen in der Oberleitung der Bahn und lösten Kurzschlüsse aus. Die Feuerwehr rückte zu 160 Einsätzen aus. Es blieb bei Sachschäden.

Zuvor war Tief „Zeynep“ über Frankreich gezogen. Nordöstlich von Toulouse wurde eine Camperin getötet, als ein Baum auf ihren Wohnwagen fiel. In Biras westlich von Bordeaux kam eine 63-Jährige beim Einsturz eines Scheunendachs ums Leben. Im Südwesten des Landes waren mehr als 50.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. In Paris ließ die Stadtverwaltung vorsorglich Parks und Friedhöfe schließen.

In Deutschland ziehen die Gewitter nun weiter. Am Freitag werde die Unwetter-Kaltfront über dem Osten angekommen sein, wo am Donnerstag noch einmal hochsommerliche Temperaturen herrschten, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold. Im Westen ist es dann schon kühler bei höchstens 24 Grad.

Am Wochenende sollen die Gewitter endgültig abgezogen sein. Dann werde bestes Ausflugswetter mit einem Mix aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen um 25 Grad herrschen. Am Sonntagnachmittag sei aber im Süden und in den Mittelgebirgen ein Blick in den Himmel ratsam, sagte Herold. Dort könnten sich wieder Gewitterwolken zusammenbrauen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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