Tierischer Instinkt
Mein Handtuch, meine Liege

Ganz schön spießig: Gerade deutsche Urlauber reservieren sich am Pool schon frühmorgens ihre Liege. Oder gleich mehrere, an Strand, Pool und im Schatten. Eine Expertin sagt: Das Verhalten stammt aus dem Tierreich.
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KölnManch einer mag es für ein Klischee halten, eine Erfindung der Medien – bis er seinen ersten Cluburlaub macht und erlebt, dass es wirklich so ist. Vorzugsweise Deutsche belegen Liegestühle frühmorgens mit Handtüchern. Kommt man nach dem Frühstück zum Pool, sind die ersten Reihen schon alle belegt – auch wenn kaum einer da ist.

Wenn man noch später eintrifft, muss man oft auf einen Liegestuhl verzichten. Menschen liegen da zwar nicht, aber eben diese Platzhalter. Um das Problem anzugehen, haben einige Clubs ein Kärtchen-System eingeführt: Eins für jeden Gast und damit kann man dann eine Liege reservieren.

„Denn das Problem ist ja nicht das Ehepaar, das sich zwei Liegen reserviert, sondern das Ehepaar, das sich zwei Liegen im Schatten reserviert, zwei Liegen am Strand, zwei Liegen in der Nähe vom Pool – für jede Situation des Tages, je nachdem wo die Sonne steht“, sagt Anne Schmidt, Pressesprecherin von DER Touristik Köln. „Das ist dieser unsägliche Egoismus.“

In vielen Hotels darf man erst nach acht Uhr Liegen reservieren. Wie ein von Briten eingestelltes YouTube-Video dokumentiert, kann dies allerdings dazu führen, dass die deutsche „beach towel brigade“ (Badehandtuch-Brigade) um Punkt acht Uhr nach draußen schnellt und binnen zwei Minuten alle Liegen für sich reklamiert.

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