Tierkrankheit
Behörden schließen absichtliche MKS-Verbreitung nicht aus

Die britischen Gesundheitsbehörden haben einen Untersuchungsbericht zum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche vorgelegt. Der beunruhigende Kern: Alles spricht dafür, dass das Virus aus einem Labor stammt - und es ist denkbar, dass ein Mitarbeiter die Krankheit gezielt nach außen trug.

HB LONDON. In einem vorläufigen Bericht heißt es, es gebe eine „große Wahrscheinlichkeit“, dass der Virusstrang aus den Labor-Einrichtungen in der Nähe der betroffenen Bauernhöfe stamme. Ebenso sei es eine „plausible Möglichkeit“, dass der Erreger durch den Menschen nach draußen getragen worden sei. Eine absichtliche Verbreitung durch Labormitarbeiter könne nicht ausgeschlossen werden.

Nach Ansicht der Experten deutet viel mehr auf eine Verbreitung durch Menschen hin als durch technisches Versagen. Dagegen hielten es die Ermittler für wenig wahrscheinlich, dass die jüngsten Überschwemmungen in der Region die Ausbreitung der Tierseuche verursacht haben könnten. Unklar blieb zunächst, aus welcher der beiden in Frage kommenden Einrichtungen in der Ortschaft Pirbright bei London das Virus kommt. Das dortige Gelände teilen sich ein staatliches Forschungsinstitut und ein Labor der privaten US-Firma Merial Animal Health, in dem tiermedizinische Impfstoffe hergestellt werden - darunter gegen die Maul- und Klauenseuche.

Die britische Regierung hatte zuvor einen zweiten Fall der Maul- und Klauenseuche bestätigt - vier Tage nach dem ersten Fall. Alle rund 220 Tiere beider Viehzuchtbetriebe wurden inzwischen getötet. Die EU hatte am Montag ein Exportverbot für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen sowie Fleisch aus Großbritannien verhängt. MKS ist für den Menschen ungefährlich, unter Tieren aber hochansteckend. Das Virus kann mit dem Wind übertragen werden.

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