Tierkrankheiten
Zweiter Klauenseuche-Fall bestätigt

In Großbritannien ist auf einem zweiten Bauernhof die Maul- und Klauenseuche (MKS) ausgebrochen. Der betroffene Betrieb liegt in der Grafschaft Surrey in der Nähe des Hofes, auf dem am vergangenen Freitag der Ausbruch der Seuche festgestellt worden war.

HB LONDON. Der britische Umweltminister Hilary Benn erklärte am Dienstag, vorsichtshalber seien auf der Farm bereits am Montag rund 100 Rinder getötet worden. Bluttests bei einigen der getöteten Tiere hätten den Verdacht der Infektion mit dem MKS-Virus bestätigt. Damit sind bislang rund 220 Rinder wegen der Seuche getötet worden. Die Maul- und Klauenseuche ist unter Tieren hochansteckend, weil das Virus mit dem Wind übertragen werden kann. Die Krankheit ist aber für den Menschen ungefährlich.

Nach dem Ausbruch der Seuche hatte Großbritannien alle Viehexporte sowie die Ausfuhr von bestimmten Tierprodukten gestoppt. Das Virus könnte aus einem von zwei tiermedizinischen Labors in England entwichen sein, das Impfstoffe herstellt. Noch herrscht aber keine Gewissheit über den Ursprung der Seuche. Die in Frage kommenden Labore wurden auf Sicherheitsmängel untersucht, die Ergebnisse sollen am Dienstag veröffentlicht werden.

Der britische Bauernverband NFU warnte, dass vielen Farmen der Bankrott drohe, sollte sich die Tierseuche ausdehnen und wie bereits 2001 längere Zeit andauern. Durch den Ausbruch verliere die britische Viehwirtschaft pro Woche Einnahmen in Höhe von zehn bis 15 Millionen Pfund (rund 22 Millionen Euro).

In Deutschland gibt es bisher keine Hinweise auf Fälle der Tierkrankheit. „Wir sind noch nicht ganz durch, aber bislang ist alles negativ“, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, am Dienstag. Der Experte zeigte sich ratlos zu dem Verdacht, dass das Virus aus dem Labor auf die Herden in der Nähe überspringen konnte. Er verwies auf die äußerst strengen Sicherheitsstandards, die die EU von Labors verlangt, die mit hochansteckenden Erregern arbeiten. Die Sicherheitssysteme seien doppelt ausgelegt, so dass eines greife, auch wenn ein anderes ausfalle. Allerdings sei das Virus identisch. „Das deutet darauf hin, dass es eine Verbindung gibt“, räumte der Forscher ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%