Tierseuche: EU streitet über Massenimpfungen

Tierseuche
EU streitet über Massenimpfungen

Die EU-Agrarminister haben sich gestern nicht auf zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen die Vogelgrippe einigen können. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) lehnte vorbeugende Impfungen von Geflügel ab, wie sie in den Niederlanden und in Frankreich erwogen werden.

BRÜSSEL./BERLIN. Es bestehe die Gefahr, dass geimpfte Tiere das Virus übertragen könnten, ohne selbst an der Vogelgrippe zu erkranken, sagte Seehofer. Diese verdeckte Weitergabe der Seuche müsse verhindert werden.

Mittelfristig sei eine abgestimmte Impfstrategie der EU als Alternative zur Stallpflicht aber erforderlich, betonte der Minister. Denn Europa müsse „noch lange“ mit der Vogelgrippe leben, und das Geflügel könne nicht jedesmal während des Vogelzugs in die Ställe gesperrt werden. Seehofer forderte, es müsse ein so genannter Marker-Impfstoff entwickelt werden. Dabei kann festgestellt werden, ob ein geimpftes Tier von der Seuche befallen ist. Nach Aussagen von Wissenschaftlern könne ein solcher Impfstoff in zwei bis drei Jahren zur Verfügung stehen. Heute soll der EU-Veterinärausschuss erneut über vorbeugende Massenimpfungen von Geflügel oder Haustieren beraten.

An einem Impfstoff für Tiere gegen das Vogelgrippevirus arbeitet unter anderem das deutsche Friedrich-Loeffler-Institut in Riems. Auch dessen Präsident, Thomas Mettenleiter, lehnte prophylaktische Impfungen ab. Von den bislang zur Verfügung stehenden Impfstoffen ist keiner in der EU zugelassen. Seit Verabschiedung einer entsprechenden EU-Richtlinie im Dezember 2005 kann jedoch jedes EU-Land selbst entscheiden, ob es bedrohte Tierbestände impfen will.

Die EU-Agrarminister berieten zudem über die Forderung Italiens, Geflügelzüchter und die Fleischwirtschaft für mittelbare Schäden durch die Vogelgrippe zu entschädigen. Die italienische Regierung hat angekündigt, sie wolle die betroffenen Betriebe aus dem nationalen Haushalt unterstützen.

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