Tierseuche
H5N1-Vogelgrippe in China erneut ausgebrochen

Die für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Varianze H5N1 ist in China weiter auf dem Vormarsch: Die Regierung bestätigte am Freitag, dass der Erreger in der nordöstlichen Provinz Liaoning in Geflügel und Zugvögeln nachgewiesen wurde.

HB PEKING. Es war bereits der vierte Ausbruch der Seuche in der Volksrepublik innerhalb eines Monats. Im Nachbarland Vietnam wird derzeit eine Frau auf Vogelgrippe untersucht, die mit Fieber und Atembeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Auf ihrem Hof seien jüngst Enten verendet, berichtete die Zeitung „Tuoi Tre“.

Seit der Entdeckung des Virus im chinesischen Liaoning am Mittwoch vergangener Woche seien knapp 9000 Vögel verendet, 370 000 Tiereseien notgeschlachtet worden, erklärte der Vertreter des chinesischen Landwirtschaftsministerium. Auf einer Internetseite des Ministeriums hieß es, die Tiere hätten sich durch Zugvögel infiziert. Rund 14 Millionen Vögel seien geimpft worden. Agrarminister Du Quinglin sei in die Region gereist.

Ein Experte der UN-Lebensmittelbehörde (FAO) äußerte sich indes vorsichtiger zur möglichen Quelle der Ansteckung. „Wir können nicht automatisch die Zugvögel verantwortlich machen. Wir wissen es nicht“, sagte Noureddin Mona. Der Ausbruch bereite der FAO Sorgen, fügte Mona hinzu. „370 000 getötete Vögel bei einem Ausbruch ist wirklich sehr, sehr viel. Das ist kein gutes Zeichen.“ Im Oktober hatten die chinesischen Behörden den Ausbruch von Vogelgrippe in Anhui, Hunan und der Inneren Mongolei bestätigt.

Die 24 Jahre alte Vietnamesin lebt in der Provinz Bac Giang, etwa 50 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Hanoi. In dieser Provinz wurde die Vogelgrippe Behördenangaben zufolge in drei Gemeinden nachgewiesen. Mehr als 3000 Hühner, Enten und Gänse seien in den vergangenen Tagen verendet, berichtete „Tuoi Tre“ darüber hinaus. Die Regierung ordnete einen Stopp der Geflügelzucht in den Hanoi und Ho Chi Minh-Stadt an. Dort werde auch der Verkauf, Transport und das Brüten von Wasservögeln untersagt.

Das Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch erklärt, in Vietnam habe sich seit August kein Mensch mehr mit Vogelgrippe infiziert. Im Dezember 2003 war das Virus im Mekong Delta ausgebrochen - seitdem starben 41 Menschen allein in Vietnam. In ganz Asien waren es 62 Menschen. Bislang gehen Wissenschaftler davon aus, dass das Virus nur vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Sie befürchten eine Pandemie, sollte sich das Virus verändern und sich von Mensch zu Mensch übertragen.

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