Tierseuche
Sperrzonen wegen Schweinepest eingericht

In Nordrhein-Westfalen ist auf einem dritten Hof mit Hilfe von Blutuntersuchungen die Schweinepest nachgewiesen worden. Die etwa 70 Schweine, die in dem Betrieb gemästet worden waren, sind bereits vorsorglich getötet worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf mit.

HB HALTERN. „Der Bestand dieses Hofs wurde bereits am Samstag vorsorglich getötet“, erklärte der Sprecher des Kreises Recklinghausen, Jochem Manz. Der Betrieb in Haltern liegt in der Nähe des Hofs, auf dem die Seuche zuerst entdeckt wurde. Von den Ergebnissen weiterer Proben hänge es ab, ob am Dienstag zusätzlich 1200 Tiere gekeult werden müssten, sagte Manz.

Am Montag wurden zunächst keine weiteren Schweine getötet. Bei der Suche nach dem Auslöser gibt es erste Anhaltspunkte: Der Erregertyp aus Haltern sei nun bekannt, erklärte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums. Es handele sich um das „23 Güstrow-Virus“, das erstmals vor fünf Jahren bei Wildschweinen in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) entdeckt wurde. Für Menschen ist die Tierkrankheit ungefährlich.

Die Schweinepest war in Haltern in der vergangenen Woche festgestellt worden. Es handelt sich um den ersten Ausbruch der Tierseuche in einem deutschen Agrarbetrieb seit drei Jahren. Auf dem ersten betroffenen Hof war der gesamte Bestand von 330 Tieren getötet worden, nachdem 70 Schweine binnen kurzer Zeit an der Tierseuche verendet waren. Inzwischen wurde die Tierseuche auf zwei weiteren Höfen in der Nachbarschaft gefunden. In einem Drei-Kilometer-Radius um den ersten Betrieb war ein Sperrbezirk eingerichtet worden, in dem alle Tiertransporte verboten sind. Ein Zehn-Kilometer-Radius wurde zum Beobachtungsgebiet erklärt. Nach dem ersten Schock sorgen sich die Landwirte nun um die finanziellen Einbußen. Sie erhalten den geschätzten Marktwert nur für die gekeulten Tiere. In den entsprechenden Schutzzonen sind jedoch insgesamt rund 880 000 Schweine von dem Transport- und Schlachtverbot betroffen. „Die Tiere, die jetzt das optimale Schlachtgewicht haben, müssen später mit erheblichen Preisabschlägen verkauft werden“, erklärte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Recklinghausen, Friedrich Steinmann. Bei der Schweinehaltung sei anders als bei der Rinderhaltung eine so genannte Ertragsschaden- Versicherung nicht üblich.

Die Behörden hoffen, dass die Seuche sich nun nicht weiter ausbreiten wird. In Deutschland lebten am 1. November 2005 laut Zentraler Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft rund 26,9 Millionen Schweine. Davon etwa 6,4 Millionen in Nordrhein-Westfalen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%