Tierseuche
Vogelgrippe-Ausbruch in China schürt neue Sorgen

Nun sind auch im bevölkerungsreichsten Land der Erde Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Das gefährliche Virus sei nachgewiesen worden, berichtete das chinesische Gesundheitsministerium am Mittwoch in Peking.

HB PEKING. Zwei der drei mit dem Virus-Stamm H5N1 Infizierten seien bereits gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge gibt es weitere Verdachtsfälle in dem mit 1,3 Mrd. Bürgern bevölkerungsreichsten Land der Erde. Der Ausbruch in China schürt neue Sorgen über eine weltweite Ausbreitung, die nach Einschätzung von Experten Mill. Tote nach sich ziehen könnte. Die Europäische Union (EU) verlängerte am Mittwoch den Einfuhrstopp für Ziervögel zunächst bis Ende Januar.

Xinhua berichtete, eine 24-Jährige aus der Provinz Anhui sei bereits am 10, November gestorben. Sie habe Kontakt mit toten Hühnern und Gänsen auf der Farm ihrer Eltern gehabt. Zwei weitere Fälle habe es in der zentralen Provinz Hunan gegeben. Die WHO erklärte, sie sei von China informiert worden, dass eine Zwölfjährige aus Hunan bereits im Oktober gestorben sei. Ihr neunjähriger Bruder sei ebenfalls erkrankt, aber am Leben. In Hunan waren im Oktober hunderte Hühner und Enten gestorben. Nach WHO-Angaben hatten die Kinder Kontakt mit infiziertem Geflügel.

China bemüht sich um eine Eindämmung der H5N1-Fälle, die im Oktober in rund einem Dutzend Ortschaften in mindestens sechs Provinzen bei Geflügel ausgebrochen waren. In Asien sind inzwischen mehr als 60 Menschen an der Krankheit gestorben, vor allem in Vietnam und Thailand.

Das Virus verändert sich ständig. Sollte es eine Form annehmen, die eine Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglicht, gehen Experten von einer Infektionswelle mit möglicherweise Mill. Toten weltweit aus. Es kann aber auch sein, dass das Virus nicht eine solche Form annimmt. Ein Impfstoff für ein solches Virus könnte erst entwickelt werden, wenn es existiert, weil erst dann klar ist, wie das Virus exakt aussieht.

Wissenschaftler in Vietnam entdeckten nach Angaben des Tiergesundheits-Zentrums in Ho Chi Min Stadt neue Stämme des Vogelgrippe-Untertypus H3 und H4. Diese seien aber generell weniger ansteckend und würden sich langsamer ausbreiten als H5. Dennoch sei dies für Menschen kein Grund zur Entwarnung. „Die Tatsache, dass es mehr Untertypen des Vogelgrippe-Virus' bei Geflügel gibt, macht den Virus für den Menschen auf jeden Fall gefährlicher“, sagte der Direktor des Zentrums, Dong Manh Ha.

Das nationale vietnamesische Institut für Hygiene und Epidemien plant unterdessen die Erprobung eines Impfstoffs für Menschen gegen den H5N1-Virus. Das Mittel sei schon erfolgreich an Hühnern und Affen getestet worden, sagte Pham Ngoc Dinh, stellvertretender Leiter des Instituts. Nun habe man die Erlaubnis der Regierung und der WHO für Tests am Menschen erbeten. Man sei sich aber der WHO-Hinweise bewusst, die Länder vor der Herstellung solcher Impfmittel gewarnt hatte. Der Grund für die Warnung ist, dass Mutationen des H5N1-Virus später gegen einen neuen Impfstoff weitgehend immun sein könnten.

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