Tischskulptur hat Wert von 50 Millionen Euro
"Saliera"-Diebstahl: Wachen unternahmen nichts

Nach dem größten Kunstraub in der österreichischen Geschichte bleibt der Museumsdirektor im Amt. Für den Diebstahl der auf über 50 Mill. € geschätzten Tischskulptur „Saliera“ aus dem Kunsthistorischen Museum Wien sei „menschliches Versagen“ des Wachpersonals verantwortlich. Der Direktor Wilfried Seipel trage keine Verantwortung, sagte die österreichische Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Dienstag in Wien. Am Sonntag war die Tischskulptur „Saliera“ (Salzfass) des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini (1500-1571) aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlen worden.

HB/dpa DÜSSELDORF/WIEN. Demgegenüber sprachen die heimischen Zeitungen von einer „bodenlosen Schlamperei“ bei der mangelhaften Sicherung dieser einzigartigen Goldschmiedearbeit. Die Überwachungskameras seien nicht aktiviert gewesen, der Glassturz über der „Saliera“ sei überhaupt nicht durch Alarmvorrichtungen gesichert gewesen, und die Wachmannschaft habe den Alarm des Bewegungsmelders ignoriert, begründeten die Zeitungen ihre Kritik. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ) verlangten den Rücktritt der Bildungsministerin.

Nach Ansicht des Museumsdirektors ist das gestohlene Kunstwerk inzwischen ins Ausland geschafft worden. Der Diebstahl sei ein „Angriff auf die Kunst, ein Angriff auf ein Weltkulturerbe“ und ein „äußerst professionelles Unterfangen“ gewesen. „Bei den Lichtverhältnissen ist es sinnlos“, begründete Seipel die ausgeschaltete Videoüberwachung im Museum. Warum die drei Wachbeamten jedoch nach der Alarmmeldung nicht sofort in dem betreffenden Saal das Licht und die Videoanlage angestellt hatten, konnte er nicht erklären.

Die Polizei tappt bei der Suche nach dem oder den Tätern sowie nach dem Diebesgut nach wie vor im Dunkeln. Es gebe keinerlei Erfolg versprechende Spuren, berichteten die Sicherheitsbehörden. Am Sonntagmorgen waren die Kunsträuber über ein Baugerüst in den ersten Stock des Museums gelangt, hatten ein Fenster eingeschlagen, eine Glasvitrine zertrümmert und waren mit der „Saliera“ verschwunden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%