Tod in den Alpen
„Übergewicht bleibt nicht im Tal"

Bilder mit blauem Himmel und hohen Bergen ziehen viele Touristen nach Österreich. Für manche endet ihr Alpenausflug tödlich. Dabei sind die meisten Unfälle aus Expertensicht vermeidbar.
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WienSchlechte Ausrüstung, falsche Selbsteinschätzung oder ein Herzinfarkt nach Überanstrengung: Jeden Sommer sterben in Österreichs Alpen Bergsteiger aus so banalen wie vermeidbaren Gründen. Auch für Dutzende Deutsche endete der Besuch eines ihrer liebsten Urlaubsländer in den vergangenen Monaten tödlich. Während die Gesamtzahl der Todesfälle nach Expertenangaben über die Jahre etwa gleich bleibt, häufen sich Unfälle beim Trendsport Klettern.

Der Rentner aus Bayern, der beim Bergsteigen nach sechs Tagen fast unverletzt aus einer Gletscherspalte geborgen werden konnte, bleibt ein Glücksfall. Er war gut ausgerüstet und trainiert und unterscheidet sich damit stark von vielen Hobbysportlern, die sich inzwischen auf 3000 Meter Höhe wagen.

„Das Können der Bergwanderer hat sich in den letzten Jahren verändert“, sagt der Wirt der Tiroler Franz-Senn-Hütte (2147 Meter), Thomas Fankhauser. Touristen überschätzten sich oder stuften die Routen zu einfach ein: „Viele kennen nur die schönen Fotos mit dem blauen Himmel. Aber wenn es dann nass ist, sind die ungeübten Wanderer schnell mit dem Bergwetter überfordert.“

304 tödliche Bergunfälle zählte das Kuratorium für Alpine Sicherheit zählte in der Saison 2010/2011. In seinem Bericht unterscheidet es nicht zwischen Winter und Sommer. Deutsche Tote sind mit 85 Verunglückten zwischen November 2010 und Oktober 2011 die größte Gruppe aus dem Ausland. Im Vergleich dazu starben 183 Österreicher. Aktuelle Zahlen für die laufende Saison liegen noch nicht vor. „Aber bisher ist keine signifikante Änderung zu sehen“, sagt der Geschäftsführer Andreas Würtele.

Auffallend ist allerdings ein Anstieg der tödlichen Kletterunfälle: Während im Schnitt 17 Menschen pro Jahr in Österreich in den Tod stürzen, zählte das Kuratorium im vergangenen Jahr 24 Tote. „Wenngleich wir wissen, dass eine einmalig hohe Unfallzahl keine Aussage zu einem Trend zulässt, so scheint es dennoch wichtig, Projekte im Bereich der boomenden Sportart Klettern entsprechend zu fördern“, heißt es im Expertenbericht.

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Seit Juli starben allein vier Deutsche in Österreich

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