Tödliche Feuer in Australien
Buschbrand-Opfer erstreiten Rekordentschädigung

Umgerechnet mehr als 330 Millionen Euro bekommen die Opfer der verheerenden australischen Buschbrände von 2009. Tausende Menschen hatten Sammelklage gegen einen Stromkonzern eingereicht.
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SydneyÜberlebende des verheerenden Buschfeuers im Jahr 2009 in Australien bekommen eine Entschädigungszahlung in Rekordhöhe. Das Oberste Gericht Australiens billigte am Dienstag einen Vergleich, der die Zahlung von rund 500 Millionen australischen Dollar (332 Millionen Euro) an die Überlebenden vorsieht.

Tausende Menschen hatten sich einer Sammelklage gegen den Stromkonzern SP AusNet und örtliche Behörden angeschlossen. Das sei die höchste Summe, die in Australien jemals Sammelklägern zugesprochen worden sei, sagte der Kläger-Anwalt Rory Walsh.

In der Klage wurde SP AusNet, der bis Januar mehrheitlich dem Unternehmen Singapore Power gehörte, maßgeblich für den Buschbrand von Kilmore East am "Schwarzen Freitag" im Februar 2009 verantwortlich gemacht. Bei den gewaltigen Bränden im Süden des Bundesstaates Victoria waren damals 173 Menschen ums Leben gekommen, davon allein 119 in Kilmore. Es war die schlimmste Naturkatastrophe in der jüngeren Geschichte Australiens.

Anfang des Jahres einigten sich die Parteien auf die Entschädigungssumme, der Vergleich bedurfte aber noch einer richterlichen Zustimmung. An dem Vergleich waren neben SP AusNet die Firma Utility Services Limited beteiligt, die für die Instandhaltung des Stromnetzes zuständig war, sowie die Umweltbehörde des Bundesstaates.

SP AusNet muss aber den Großteil der Entschädigungssumme zahlen. Die Kläger argumentierten, dass Mängel am Stromnetz die Brände entfacht hätten. SP AusNet betonte bereits, dass der von der Firma akzeptierte Vergleich nicht als Schuldeingeständnis zu verstehen sei.

Die Hauptklägerin Carol Matthews, deren 22-jähriger Sohn Sam in der Katastrophe zu Tode kam, äußerte „große Erleichterung“ über das grüne Licht des Gerichts. „Niemand wird uns jemals ersetzen können, was wir verloren haben, aber heute sind wir dafür bestätigt worden, für unsere Rechte eingetreten zu sein.“ Sie hoffe, dass die Entscheidung dazu beitrage, dass in den Gemeinden höhere Sicherheitsstandards eingehalten würden, fügte Matthews hinzu.

Die meisten Entschädigungsforderungen bezogen sich auf Verletzungen sowie den Verlust von nicht- oder unterversichertem Eigentum.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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