Tödliche Schießerei in Florida Verhärtete Fronten in der Waffendiskussion

Viele grausame Details der jüngsten Schulschießerei sickerten faktisch in Echtzeit nach außen. An der Waffenpolitik ändert das wohl nichts.
Update: 15.02.2018 - 04:15 Uhr Kommentieren

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WashingtonParallel zur Schießerei an einer Highschool in Florida, bei der mindestens 17 Menschen getötet wurden, flammt erneut die Debatte über das US-Waffenrecht auf. Oder vielmehr: Die Debatte ist eigentlich ständig präsent, weil sie Bürger, Familien, Regionen, Parteien und Interessengruppen seit Jahrzehnten spaltet.

Die Fronten sind derart verhärtet, dass zwar nach jeder tödlichen Schießerei schärfere Gesetze diskutiert werden, aber sich an der Gesetzeslage im Prinzip nichts ändert. Der republikanische Senator Marco Rubio lehnte bereits kurz nach der Tat eine Debatte über die Waffengesetze ab und begründete das damit, dass erst einmal alle Tathintergründe aufgearbeitet werden müssten.

Schon Trumps Vorgänger Barack Obama schaffte es nicht, die Regeln auch nur leicht zu reformieren. Mit Trump zog ein waffenfreundlicher Präsident ins Weiße Haus. Er ist – wie viele Republikaner und auch einige konservative Demokraten – strikt dagegen, Waffenbesitz einzuschränken.

Trump bezeichnet sich als „wahren Freund“ der National Rifle Association, der größten Waffenlobby-Organisation er USA. Nach dem Massaker auf ein Country Festival in Las Vegas mit 58 Toten hatte Trump betont: „Heute ist nicht der Tag, um über Waffengesetze zu sprechen.”

Während Trumps Amtszeit gingen Waffenverkäufe in den USA allerdings spürbar zurück – nachdem sie kurz vor der US-Wahl 2016 angestiegen waren. Remington, einer der bekanntesten Hersteller von Schusswaffen in den Vereinigten Staaten, hat gerade Insolvenz beantragt.

Beobachter erklären sich den Trend so, dass sich weniger Menschen Waffen auf Vorrat zulegen. Denn dank Trump seien sie sicher, es werde zeitnah keine schärferen Gesetze geben.

An der festgefahrenen Lage in der Waffendebatte dürfte auch die jüngste Schießerei in Florida nichts ändern, schon gar nicht im wichtigen Jahr der Zwischenwahlen, der sogenannten Midterms. Trotzdem wird das Land in den kommenden Tagen intensiv über die Schießerei diskutieren.

Viele grausame Details sickerten faktisch in Echtzeit nach außen. Die Schießerei zog sich über Stunden hin, viele im Gebäude gefangene Schüler filmten die Szenerie mit ihren Mobiltelefonen. Im Netz wurden ganze Passagen schließlich ungeschnitten verbreitet – und machten das schockierende Ausmaß der Attacke deutlich.

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