"Tokage" hat sich mittlerweile abgeschwächt
Zahl der Taifun-Opfer in Japan weiter gestiegen

Der verheerendste Taifun der vergangenen zehn Jahre hat in Japan mindestens 57 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 300 Personen wurden teils schwer verletzt, 32 galten noch als vermisst, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag berichtete.

HB TOKIO. Der Taifun „Tokage“ zerstörte in weiten Gebieten des von Naturgewalten geprüften Inselreiches Wohnhäuser und Kulturstätten, brachte Züge zum Entgleisen und löste zahlreiche Erdrutsche aus.

Nach Angaben des Innenministeriums starben in den vergangenen zehn Jahren bei Taifunen noch nie so viele Menschen. „Tokage“, japanisch für Eidechse, war der 23. Taifun in diesem Jahr und bereits der zehnte, der direkt den japanischen Archipel heimsuchte. So viele Wirbelstürme hatte es binnen eines Jahres noch nie gegeben. Inzwischen schwächte sich „Tokage“ über dem Pazifischen Ozean zu einer Tiefdruckzone ab.

Der Wirbelsturm verursachte schwere Verwüstungen. In der Provinz Kochi wurden Häuser von bis zu rund 18 Meter hohen Wellen zerstört. Viele Opfer starben bei Erdrutschen oder ertranken in stark angeschwollenen Flüssen. Ganze Wohngebiete wurden in Folge sintflutartiger Regenfälle überflutet. Dachplatten flogen umher, Bäume, Ampeln und Lastwagen stürzten um. Die unermüdlich arbeitenden Einsatzkräfte retteten Bewohner teils schwimmend aus ihren Häusern.

In der Provinz Kyoto mussten 37 Fahrgäste eines Reisebusses die Nacht über durchnässt und frierend auf dem Dach des Busses ausharren, nachdem dieser von einem über die Ufer getretenen Fluss erfasst worden war. Die Passagiere wurden nach neun Stunden am Morgen mit Hubschraubern und Schlauchbooten in Sicherheit gebracht.

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