Tote bei Überschwemmungen in Türkei - Dürre in Frankreich
Eurpas Wetter spielt verrückt

Das Wetter in Europa zeigt sich von seiner extremen Seite: Tote bei Überschwemmungen, Stromsperrungen wegen Hitze, Wasserknappheit durch Dürre.

HB ISTANBUL/LUGANO/ATHEN. An der türkischen Schwarzmeerküste kamen am Dienstag vier Menschen ums Leben. In einem Dorf bei Trabzon (Trapezunt) starben eine junge Frau und zwei Kinder im Alter von neun Jahren und einem Jahr, als ihr Holzhaus durch einen Erdrutsch einstürzte. In der Nachbarprovinz Rize ertrank eine 56-Jährige in den Fluten eines reißenden Baches. Nach den heftigen Regenfällen waren Gebirgsbäche über die Ufer getreten, Häuser und Straßen wurden überschwemmt. Abgesehen von vereinzelten Unwettern herrscht in der Türkei zurzeit eine Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von 30 Grad Celsius und mehr.

Heftige Regenfälle lösten in der Nacht zum Dienstag im Schweizer Kanton Tessin Erdrutsche aus, überschwemmten Unterführungen und entwurzelten Bäume. In Medeglia auf dem Monte Ceneri brach eine Stützmauer entlang der Kantonsstraße weg, so dass diese von Gestein verschüttet wurde. In Cademario und Breganzona im Hinterland von Lugano mussten Straßen von umgestürzten Bäumen befreit werden. Am Wochenende waren im Fluss Maggia, der nach einem Gewitter kräftig angestiegen war, drei deutsche Urlauber - eine 48-jährige Frau und ihre zwei erwachsenen Kinder - ertrunken.

Brütende Hitze dagegen in Griechenland: Wie das Meteorologische Amt bekannt gab, werde noch bis Mittwoch mit Temperaturen um 40 Grad Celsius gerechnet. Betroffen sei vor allem der Westen Griechenlands und die Region um die Hauptstadt Athen. Wegen der intensiven Nutzung von Klimaanlagen erreichte der Stromverbrauch am Dienstag Rekordwerte. Die Elektrizitätsgesellschaft rief die Menschen auf, Strom zu sparen. Vielerorts wurde die Stromversorgung für landwirtschaftliche Nutzung wie die Bewässerung von Feldern vorübergehend abgestellt. Wegen der sommerlichen Dürre bestehe extreme Waldbrandgefahr.

Auch in Frankreich stöhnen die Menschen derzeit unter der Hitze. Nahezu das ganze Land leidet inzwischen unter der extremen Dürre. Böden und Unterholz sind so trocken wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Im Südosten an der Côte d'Azur herrschte Krisenstimmung. Hunderte von Feuerwehrleuten sind in Einsatzbereitschaft, denn die höchste Alarmstufe wurde für das Esterel-Massiv bei Cannes und die Hyères- Inseln ausgerufen. Die Ferieninsel Belle-Ile wird von einem Tankschiff mit Trinkwasser versorgt. Die Loire im Norden führt so wenig Wasser, dass Experten Probleme bei der Kühlversorgung von Atomkraftwerken nahe am Fluss befürchten.

Entwarnung in Spanien: In weiten Teilen des Landes stiegen die Temperaturen seit mehreren Tagen kaum noch über 30 Grad. Die Meteorologen sagten am Dienstag für die Mittelmeerküste und die Balearen Gewitter voraus. Allerdings änderten die kurzzeitigen Niederschläge nichts an der seit Monaten herrschenden Dürre. Die Behörden in der Region Katalonien im Nordosten Spaniens kündigte drastische Einschränkungen beim Wasserverbrauch an, wenn es bis Mitte August nicht kräftig regnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%