Tote durch Orkantief
„Das Schlimmste ist jetzt aber durch“

Sturmtief „Christian“ wütet über Europa. Im Norden wurden Böen bis 191 km/h gemessen. In Deutschland sind sieben Tote zu beklagen, europaweit sind es mindestens 14. Bahnfahrer müssen weiter mit Ausfällen rechnen.
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BerlinNach Orkantief „Christian“ müssen Bahnfahrer in Norddeutschland auch am Dienstag mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Im Fernverkehr bleibt die Strecke zwischen Hamburg und Kiel vorerst gesperrt, wie eine Sprecherin der Bahn in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Daneben soll die Strecke der Nord-Ostsee-Bahn zwischen Hamburg und Niebüll bis zum Mittag nicht befahrbar sein, wie das Unternehmen mitteilte.

Zu Behinderungen dürfte es vor allem auch im Bahn-Nahverkehr kommen. In Schleswig-Holstein entfallen unter anderem die Züge zwischen Kiel und Flensburg sowie Neumünster und Flensburg. In Niedersachsen ist etwa die Strecke zwischen Bremen und Oldenburg betroffen. Wann die Züge wieder normal fahren, werde sich im Laufe des Vormittags entscheiden, sagte die Bahn-Sprecherin. Das Unternehmen will Ersatzbusse einsetzen.

Die vorläufige Bilanz sind mindestens 14 Tote. In Deutschland starben seit Sonntag sieben Menschen, Großbritannien registrierte am Montag vier Todesopfer, die Niederlande, Frankreich und Dänemark je eines.

Insgesamt entspannte sich die Wetterlage in Norddeutschland aber. „Es ist zwar noch windig, aber einsatzmäßig ist nichts mehr vorhanden“, sagte etwa Lars Klevinghaus von der Polizei Friesland.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern blieben derweil von einer Sturmflut verschont. Auch Hamburg kam glimpflich davon. In St. Pauli stieg das Wasser der Elbe nur auf 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie ein Polizei-Sprecher sagte. Beeinträchtigungen soll es zunächst aber noch beim Fährverkehr auf die nordfriesischen Inseln geben. Der Fährverkehr auf die ostfriesischen Inseln bleibt nach Polizei-Angaben bis zum Mittag eingestellt.

Die Autobahn 2 wurde hingegen kurz vor Mitternacht wieder freigegeben. In der Höhe von Helmstedt war der Verkehr komplett lahmgelegt worden, weil ein Baum auf eine Stromleitung gekippt war

Tief „Burkhard“ und Orkan „Christian“ hatten von Westen her Regenfälle und Orkanböen bis Stärke zwölf über Teile Europas gebracht. In Norddeutschland herrschte ein Bahn-Chaos. Lastwagen kippten auf die Straßen, Flugzeuge mussten am Boden bleiben. In Frankreich und Großbritannien waren Hunderttausende Haushalte ohne Strom.

Nachdem „Christian“ in der Nacht zu Montag in Großbritannien gewütet hatte, zog das Orkantief am Tag nach Deutschland. Vor allem der Norden wurde hart getroffen. Spitzenreiter bei den Sturmgeschwindigkeiten war dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein mit 173 Stundenkilometern. Der Wetterdienst mminternational - vormals Meteomedia - registrierte auf Helgoland sogar 191 Kilometer pro Stunde und ein „Allzeitrekord“ für die Nordsee und Helgoland. „Das Schlimmste ist jetzt aber durch“, meinte ein DWD-Meteorologe mit Blick auf Deutschland.

„Uns war es schon klar, dass es so heftig wird, denn die Modelle haben dies seit drei, vier Tagen so angedeutet“, sagte Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montagabend.

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