Tote Vögel starben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an einer Vergiftung
Vorläufige Entwarnung im Vogelgrippe-Verdacht

Die in zwei Seen in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt Neuwied entdeckten 35 toten Wildvögel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Gift gestorben. Damit bleibt Deutschland vorerst weiterhin von der Vogelgrippe verschont - ganz ausgeräumt ist der Verdacht jedoch noch nicht.

HB NEUWIED. „Die Todesursache für die Graugänse können wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Vergiftung zurückführen“, sagte der Präsident des Landesuntersuchungsamtes, Stefan Bent, am Dienstag in Koblenz. Dabei handele es sich um ein Nagergift, das in den Mägen von 12 der 22 Gänse festgestellt worden sei. Bei zwei Proben sei außerdem Erbsubstanz des Influenza-A-Virus gefunden worden. Das Influenza-A-Virus sei kein überraschender Befund, da bei diesen Tieren solche Infektionen häufiger vorkämen, hieß es weiter. Ob die Tiere außerdem mit Vogelgrippe-Viren infiziert waren, sei jedoch noch nicht endgültig geklärt.

Am Montagnachmittag waren in einem Teich zunächst 25 tote oder verendende Graugänse und Stockenten entdeckt worden. Zugvögel nutzten das Gewässer als Rastplatz. Einige der Tiere seien vor dem Augen der eingesetzten Polizisten, Feuerwehrleute und Veterinäre unter starken Krämpfen gestorben. Auf dem See seien zudem Schwäne und Blesshühner gesichtet worden, die keine Krankheitsymptome gezeigt hätten.

Am Dienstag wurden dann in einem benachbarten Weiher zehn weitere tote Vögel entdeckt. Alle toten Tiere wurden geborgen und ins Landesuntersuchungsamt in Koblenz gebracht, das inzwischen mit der Untersuchung auf Vogelgrippe begann. Bisher ist in Deutschland kein Vogelgrippe-Fall bekannt geworden.

Die EU-Kommission hat am Dienstag zunächst für einen Monat ein Importverbot für lebende Wildvögel verhängt, wie es die Landwirtschaftsminister der Mitgliedstaaten am Montag auf einem Treffen in Luxemburg beschlossen hatten. Außer Deutschland hatte sich unter anderem Großbritannien dafür stark gemacht. Dort war am Wochenende das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 bei einem verendeten Papagei in einer Quarantänestation festgestellt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Papagei in der Station selbst bei anderen importierten Tieren ansteckte.

Der Präsident des Bundesinstituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems, Thomas Mettenleiter, begrüßte das Importverbot als "sinnvoll". Mettenleiter sagte dem Hörfunksender NDR info: "Wir müssen versuchen, alle möglichen Einfuhrwege für dieses Virus in die EU zu stopfen.“ Der Fall des in britischer Quarantäne verendeten Papageis zeige, dass es eine prinzipielle Gefährdung durch importierte Ziervögel geben könne.

Auf einer Konferenz von Fachleuten aus mehr als 30 Ländern am Montag im kandadischen Ottawa kritisierte der kanadische Gesundheitsminister Ujjal Dosanjh den Schweizer Roche-Konzern, der das Grippemedikament Tamiflu herstellt. Die internationale Gemeinschaft sei besorgt über die Unwillen des Pharmaunternehmens, generische Versionen von Tamiflu zuzulassen, sagte Dosanjh. Millionen Menschen könnten durch Generika geschützt werden. Roche hält das Patent für Tamiflu, das die Krankheitssymptome lindern kann, bis 2016.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%