Toter Eisbär Knut litt an Gehirnentzündung

Der berühmte Berliner Eisbär Knut litt an einer Gehirnentzündung. Die Obduktion hat erste Analysen des Hirnwassers bestätigt - nicht allerdings die Kritik zahlreicher Fans, Knut sei womöglich an zu viel Stress gestorben.
Update: 01.04.2011 - 12:25 Uhr Kommentieren
Leben und Tod eines Medienstars
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Von den ersten Momenten seines Lebens an stand er im Licht der Öffentlichkeit. Im Jahr 2007 begeisterte Knut als Baby ganz Deutschland und eroberte die Herzen der Zoobesucher im Sturm.

Eisbaer Knut ist tot
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Am Wochenende wurde er leblos in seinem Gehege aufgefunden. Die Ursache für den plötzlichen Tod ist immer noch unklar. Die Obduktion des Tieres sei erst am Montag möglich, weil am Wochenende die geeigneten Pathologen nicht arbeiteten, sagte Heiner Klös, Bärenkurator des Berliner Zoos.

Eisbär Knut ist tot
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Es hatte tagsüber keinerlei Anzeichen für ein Unwohlsein des Bären gegeben. Knut war allein im Wasser. Seine drei Mitbewohnerinnen Tosca, Nancy und Katjuscha waren bereits eingesperrt gewesen, als sich der Bär ins Wasser begab und urplötzlich starb. Augenzeugen berichteten von einer Art Anfall, den das Tier im Wasser erlitten habe. Zahlreiche Zoobesucher hätten seinen Tod beobachtet.

Knut
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Hunderte trauerten am Sonntag im Berliner Zoo. Auch im Rest der Welt wollten Menschen ihre Gedanken zum Tod des Eisbären-Stars mitteilen. Bei Twitter und Facebook nahmen am Samstag und Sonntag Tausende Anteil.

Eisbaer Knut ist tot
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Seit seiner Geburt war Knut ein Medienstar. Internationale Medien berichteten immer wieder über die rührende Geschichte des kleinen Eisbären, der von seinem Ziehvater Thomas Dörflein per Hand aufgezogen wurde. Dörflein starb im Jahr 2008 an einem Herzinfarkt.

File photo of polar bear Knut enjoying the cold weather in his enclosure at the Berlin Zoo
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Nach 33 Jahren Pause war Knut der erste wieder in Berlin geborene Eisbär. Sein Zwilling starb vier Tage nach der Geburt, aber Pfleger Dörflein gab nie auf.

File photo of visitors watching Polar bear cub Knut in Berlin zoo
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Der im Jahr 2007 amtierende Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begleitete Knut bei seinem ersten Auftritt und übernahm sogar die Patenschaft. Das Eisbärbaby war ein enormer Publikumsmagnet.

BerlinAls Knut dann plötzlich ins Wasser stürzte, sei er ertrunken, sagte die leitende Pathologin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Claudia Szentiks, am Freitag in Berlin unter Berufung auf das Sektionsergebnis. Die Gehirnentzündung sei vermutlich durch eine Infektion entstanden, fügte sie hinzu. Auch das Rückenmark sei in der Folge der Entzündung krankhaft geschädigt worden. Es gebe aber keine Hinweise auf übermäßigen Stress als mögliche Krankheitsursache. IZW-Präsident Heribert Hofer teilte mit, dass keine Missbildung auf Grundlage von Gen-Defekten entdeckt wurde.

Die Entzündung, an der das Tier litt, war nach Angaben Szentiks' sehr massiv und wäre für Knut „auf kurz oder lang“ tödlich ausgegangen, auch wenn er nicht ins Wasser gestürzt wäre. Zudem sei der Eisbär schon länger krank gewesen. Die Krankheit wurde vermutlich durch eine Infektion ausgelöst. Der Erreger sei noch nicht identifiziert, sagte die Veterinär-Pathologin. Die Wissenschaftler schließen zudem nicht aus, dass auch die drei Eisbärinnen, mit denen Knut in einem Gehege zusammenlebte, infiziert sein könnten.

Die weiteren Untersuchungen des Tierkörpers in dem Institut könnten sich noch über Monate hinziehen, hieß es weiter. Spuren, die auf Stress des Eisbären hindeuten, seien bei der Untersuchung nicht entdeckt worden, betonte Szentiks.

Um die Ursache für den Tod des weltberühmten Eisbären am Nachmittag des 19. März im Zoologischen Garten hatte es zahlreiche Spekulationen und emotionale Debatten unter den Fans in der ganzen Welt gegeben. Im Alter von nur vier Jahren war der Eisbär in seinem Gehege zusammengezuckt, hatte sich mehrmals im Kreis gedreht, war ins Wasser gefallen und vor den Augen mehrerer Hundert Besucher gestorben. Bei ersten Untersuchungen im IZW waren bereits Veränderungen im Gehirn des Tieres festgestellt worden.

Eisbär Knut: Todesursache geklärt

Eisbär Knut: Todesursache geklärt

Das Tier hatte demnach angesichts der schweren Hirnerkrankung keine Überlebenschance. Die Druckverhältnisse im Gehirn seien so dramatisch verändert gewesen, dass das Tier unvermeidlich auch gestorben wäre, wenn es festen Boden unter den Füßen behalten hätte und nicht ins Wasser gestürzt wäre.

Hinweise auf starken Stress waren aber auch bei der Analyse von Hirnschnitten und anderen Organen nicht gefunden worden. Solche Spuren hätten sich zum Beispiel in den Nebennieren finden können. Zahlreiche Knut-Fans und Zoo-Besucher hatten über längere Zeit Kritik daran geübt, dass Knut von den drei Eisbärinnen Tosca, Nancy und Katjuscha „gemobbt“ worden sei.

Nun gibt es unter anderem Diskussionen darüber, was mit seinem Fell passieren soll. Im Internet mehren sich die Stimmen gegen den bisherigen Plan des Zoos, es auszustopfen und im Naturkundemuseum zu präsentieren. Viele Fans halten das für „pietätlos“. Für diesen Samstag sei sogar eine Demonstration vor dem Zoo-Haupteingang angemeldet, bestätigte die Polizei.


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