Tatort Milliardärshaus?

Barry und Honey Sherman wurden am 15. Dezember 2017 tot aufgefunden.

(Foto: AP)

Totes Milliardärspaar Rätsel um den Tod am Pool

Ein Milliardärspaar in Kanada wird tot in seinem Haus gefunden, offenbar erwürgt mit Gürteln. Setzten die Shermans ihrem Leben selbst ein Ende? Waren Killer am Werk? Der Fall ist noch nicht gelöst.
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TorontoWar es doch Mord? Gut einen Monat nach dem mysteriösen Tod des kanadischen Milliardärs Barry Sherman und seiner Frau Honey gibt es neue Spekulationen. Die Ermittler hingegen schweigen, nachdem sie zuerst laut Medienberichten von mutmaßlicher Selbsttötung gesprochen hatten.

Der schwerreiche Barry Sherman, Gründer des Pharmakonzerns Apotex, und seine Frau Honey wurden den Berichten zufolge tot am Rande des Pools in ihrem noblen Haus in Toronto gefunden, aufgehängt an einem Geländer. Einbruchsspuren soll es keine gegeben haben an jenem kalten Morgen Mitte Dezember vergangenen Jahres. Am Tag nach der grausigen Entdeckung zitierten mehrere Medien, darunter der „Toronto Star“ Polizeiquellen, wonach es sich offenbar um einen sogenannten erweiterten Suizid handele, der Kombination aus Tötung eines anderen Menschen und anschließender Selbsttötung.

Offiziell wurde diese Annahme jedoch nie bestätigt. Und die Familie und Bekannte des prominenten Unternehmerpaares haben diese Version als unvorstellbar zurückgewiesen. Das hätte überhaupt nicht zu den politisch und philanthropisch engagierten Shermans gepasst, sagten sie. „Niemand stellt sich hinter eine Theorie von erweitertem Suizid oder gemeinsamem Suizid“, betont Familienanwalt Brian Greenspan. „Für alle, die sie kannten, ist das unvorstellbar.“

Feinde soll der als aggressiver Unternehmer bekannte Sherman – mit einem geschätzten Vermögen von mehr als drei Milliarden Euro einer der reichsten Kanadier – durchaus gehabt haben. Quelle: AP
Barry Sherman und seine Ehefrau Honey

Feinde soll der als aggressiver Unternehmer bekannte Sherman – mit einem geschätzten Vermögen von mehr als drei Milliarden Euro einer der reichsten Kanadier – durchaus gehabt haben.

(Foto: AP)

Die vier erwachsenen Kinder des Paares fanden das Szenario so abwegig, dass sie eigene Ermittlungen in die Wege leiteten. Diese sollen inzwischen davon ausgehen, dass die Shermans von Killern umgebracht wurden. Dies berichtete nun der kanadische Sender CBC unter Berufung auf eine nicht näher identifizierte Quelle. Die privaten Ermittler sollen allerdings nicht in die von den Behörden abgeriegelte Luxusvilla vorgelassen worden sein.

Der „Toronto Star“ meldete derweil, der 75-jährige Sherman und seine 70 Jahre alte Frau seien mit Männergürteln an das Geländer gebunden worden, was zum Tod durch Erwürgen geführt habe. Die Zeitung berief sich dabei auf von der Familie angeheuerte Experten, ohne Namen zu nennen. An den Handgelenken seien Spuren gefunden worden, die darauf hindeuteten, dass das Paar gefesselt gewesen sei. Außerdem sollen die Shermans Wintermäntel getragen haben, die über die Schultern nach unten geschoben worden seien, so als ob sie in ihren Bewegungen eingeschränkt werden sollten. Im Körper der Leichen sei keinerlei Medikament gefunden worden, das für den Tod hätte verantwortlich sein können.

Feinde soll der als aggressiver Unternehmer bekannte Sherman - mit einem geschätzten Vermögen von mehr als drei Milliarden Euro einer der reichsten Kanadier - durchaus gehabt haben. In dem 2001 erschienenen Buch „Prescription Games“ über die Pharmabranche wurde der Hersteller von Generika selbst entsprechend zitiert. Die Markenunternehmen hassten ihn, erklärte er. Sie hätten private Ermittler auf ihn angesetzt. „Dann kam mir auch einmal der Gedanke, warum sie nicht jemanden anheuerten, um mich auszuschalten. Wenn man der richtigen Person tausend Dollar zahlt, kann man wohl jemanden umlegen lassen.“

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