Traber-Familie
Artist schwebt weiter in Lebensgefahr

Der vor den Augen hunderter entsetzter Zuschauer in Hamburg verunglückte Hochseilartist Johann Traber junior schwebte am Montag noch in Lebensgefahr. Am Sonntag war der 22-jährige Sohn der Artistenfamilie Traber auf einen rund 30 Meter hohen Mast geklettert, als dessen Spitze plötzlich abknickte.

HB HAMBURG. Der junge Mann wurde gegen den Mast geschleudert und blieb schwer verletzt und bewusstlos in rund 25 Metern Höhe an einem Sicherheitsseil hängen. Experten der Feuerwehr und der Vater des 22-Jährigen bargen den jungen Mann, der Knochenbrüche und Kopfverletzungen erlitten hatte. Die Artisten gehörten mit ihrer Hochseil-Nummer zu dem Festprogramm, mit dem die Hamburger am Wochenende die Eröffnung des neu gestalteten Jungfernstiegs in der Innenstadt feierten. Zur Klärung der Unglücksursache hat die Polizei den TÜV eingeschaltet. Er soll herausfinden, warum die Mastspitze abknickte.

Die Familie von Johann Traber ist nach eigenen Angaben der Familienzweig, der seit 1799 ununterbrochen die Seiltänzertradition hochhält. Die Artisten haben zahlreiche Weltrekorde aufgestellt: So blieb der jetzt verunglückte Johann Traber junior, der seit seinem fünften Lebensjahr balanciert, als 16-Jähriger während der Expo 2 000 in Hannover 17 Tage lang auf einem Hochseil. Vater Johann Traber senior enterte vor zwei Jahren am Himmelfahrtstag den Stuttgarter Fernsehturm - mit einem Kleinwagen auf 16 Millimeter dünnen Drahtseilen. In 53 Metern Höhe stieg er aus und machte einen Handstand auf dem Rahmen der Windschutzscheibe. Auch gemeinsam sorgten beide am Pfingstsonntag 2003 für einen waghalsigen Weltrekord: 14 Umdrehungen, so genannte Todesspiralen, auf einem Spezialmotorrad um ein Drahtseil - 160 Meter über dem Rhein. Der damals 49-jährige Traber senior, der nie einen Motorradführerschein besessen hat, übertraf damit seinen eigenen Weltrekord von vormals zwölf Spiralen.

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