Tragischer Fehler eines Lokführeres
128 Tote und viele Verletzte bei Zugunglück in Pakistan

Bei einem Zugunglück im Süden Pakistans sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben 128 Menschen getötet und 170 weitere verletzt worden. An dem Unglück in der Ortschaft Ghotki in der südpakistanischen Provinz Sindh waren drei Personenzüge beteiligt. Der örtliche Polizeichef Agha Mohammed Tahir sprach von einer "grauenhaften Situation".

HB GHOTKI. Ein Schnellzug aus der Stadt Lahore raste nach Polizeiangaben am frühen Morgen in der Nähe des Bahnhofs von Ghotki in einen wegen Reparaturen stehenden Zug. Ein dritter Zug rammte wenige Minuten später drei entgleiste Waggons, die auf den Schienen lagen. Insgesamt waren in den drei Zügen nach Bahnangaben rund 2000 Passagiere. Viele von ihnen schliefen zum Zeitpunkt der Zusammenstöße. Vertreter der Bahn machten menschliches Versagen für das Unglück verantwortlich. Präsident Pervez Musharraf schloss einen Sabotageakt aus. Die Bundesregierung kondolierte der pakistanischen Regierung.

Die kleine Stadt Ghotki liegt rund 430 Kilometer von Karatschi entfernt in der Provinz Sindh.

„Ich schlief. Ein lauter Knall weckte mich auf, dann gab es eine heftige Erschütterung und überall war Rauch“, sagte ein verletzter Passagier, der verzweifelt zwischen den Wracks der Züge nach seinem Sohn suchte. „Es war völlig dunkel. Ich fiel auf den Boden und wurde ohnmächtig.“

Zwölf der Verletzten seien in kritischem Zustand, sagte Bahnminister Ishaq Khan Khakwani. „Inzwischen sind alle Toten geborgen und in Leichenhäuser beziehungsweise (die Verletzen) in Krankenhäuser gebracht worden.“ Soldaten unterstützten Polizei und Rettungskräfte bei den Bergungsarbeiten.

Der Polizei zufolge wurden auch einige Anwohner getötet, als sie nach dem ersten Aufprall zu der Unfallstelle eilten, um zu helfen, und dann der dritte Zug in die Waggons raste.

Bahnvertreter vermuteten einen Fehler beim Fahrer des auffahrenden Zuges. „Der Fahrer des Karatschi Express hat das Signal missachtet und der Unfall passierte offenbar auf Grund seines Fehlers“, sagte der Chef der Bahngesellschaft Pakistan Railways, Shakeel Durrani. Andere Vertreter der Bahn äußerten sich ähnlich. „Entweder hat er das rote Signal ignoriert oder er war eingenickt“, sagte ein Bahnvertreter. Musharraf, der die Unfallstelle besichtigte, sagte im staatlichen Fernsehen: „Es ist klar, dass es sich nicht um Sabotage gehandelt hat. Meiner Ansicht nach könnte es eher Nachlässigkeit gewesen sein.“

Das schlimmste Zugunglück in der Geschichte Pakistans hatte sich ebenfalls in Sindh ereignet. Im Jahr 1990 starben dabei 307 Menschen, als ein voll besetzter Passagierzug in einen Frachtzug raste.

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