Tratschen ist gesund Warum wir über Brad Pitt und Angelina Jolie sprechen

Angelina und Brad lassen sich scheiden - darüber kann man so richtig tratschen. Nach wissenschaftlicher Lehrmeinung braucht man deswegen noch nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben. Ganz im Gegenteil.
Pssst, schon gehört...? Wer gut lästern kann, findet viele Zuhörer. Quelle: dpa
Tratschen ist gesund

Pssst, schon gehört...? Wer gut lästern kann, findet viele Zuhörer.

(Foto: dpa)

BerlinNa, in den letzten Tagen ordentlich über die Scheidung von Angelina Jolie und Brad Pitt hergezogen? Gut so, den Hausarzt wird es freuen! Denn Klatsch ist gesund – sagt ein führender Wissenschaftler. Mehr noch: Tratschen ist es demnach, was den Menschen vom Tier unterscheidet.

Als Experte auf diesem Gebiet gilt seit vielen Jahren der britische Evolutionspsychologe Robin Dunbar von der Universität Oxford. Seine Theorie, zusammengefasst: Der Klatsch stammt von der Fellpflege der Affen ab. Fellpflege dient dem Zusammenhalt der Gruppe, ist jedoch äußerst zeitintensiv. Daher die Entstehung der menschlichen Sprache.

Angelina Jolie reicht die Scheidung ein
Brangelina
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Lange haben die Fans von Angelina Jolie (41) und Brad Pitt (52) auf die Ehe des Traumpaares warten müssen – doch nun steht Brangelina schon wieder vor dem Aus. Wegen „unüberbrückbarer Differenzen“, wie es heißt.

Mutter
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Wie das US-Promiportal TMZ.Medien berichtet, hat Jolie die Scheidung eingereicht. Grund soll ein Streit um den Umgang mit dem Nachwuchs sein. Das Paar, das seit etwa zehn Jahren zusammen ist, hat drei eigene sowie drei adoptierte Kinder. Pitt soll nun lediglich ein Besuchsrecht für die sechs Kinder bekommen.

In Pose
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Damit steht Angelina Jolie ein weiteres Mal im Mittelpunkt des Interesses. Blitzlichtgewitter, Lächeln, ein nettes Kleid, viel Sexappeal: Hunderte Male stand die Hollywood-Schönheit schon so da, und fast jeder ihrer Filme wurde ein Erfolg. Das Fachmagazin Forbes kürte Jolie zur „wichtigsten Person im Prominenten-Business“. Das Magazin Time führt sie unter den 100 einflussreichsten Menschen, was nicht vielen Schauspielerinnen gelang.

Multimillionärin
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Längst ist sie eine der bestverdienendsten Schauspielerinnen Hollywoods. Dabei landet Jolie längst nicht mit jedem ihrer Filme einen großen Erfolg. Aber Angelina Jolie ist eben viel mehr als eine Hollywood-Diva - ihre Lebensgeschichte ist enorm vielfältig: Mit 14 wohnte sie mit ihrem ersten Freund zusammen, mit 17 übernahm sie Filmrollen inklusive Nacktszenen, mit 20 heiratete sie zum ersten, mit 24 zum zweiten Mal, Sadomaso-Sexspielchen inklusive. Drogen-Exzesse und das „Ritzen“ (Aufschneiden der Arme) zeigen Jolies dunkle Seite. Aber da gibt es noch eine andere Facette ...

Aktivistin
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Jolie engagiert sich intensiv für arme Kinder in der Welt. Und zwar nicht nur mit privatem Geld, sondern als Sonderbotschafterin für das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR). Aus ihrem hochinteressanten Lebenslauf tauchen jetzt zahlreiche neue pikante Details auf, und zwar dank ...

Biograf
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... Andrew Morton, einem englischem Star-Journalist, der inzwischen auch als Buchautor bekannt ist. Nicht zuletzt hat er unter anderem eine enthüllende Biographie über Prinzessin Diana geschrieben. Sein Werk über Bill Clintons damalige Praktikantin Monica Lewinsky wurde zum Bestseller. Auch bei „Angelina Jolie“ gelingt es Morton, Neues zutage zu fördern.

Biografie
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Die 480 Seiten lesen sich spannend wie ein Krimi, obwohl man weiß, wie die Geschichte ausgeht. Morton behält die notwendige Distanz zur Künstlerin. Der Leser profitiert davon, dass sich Morton exzellent in der Hollywood-Szene auskennt und die Auswüchse moralisch entsprechend werten kann.

Plaudern ist effektiver als Kraulen, weil man mit Worten gleich mehrere Sozialpartner auf einmal erreichen kann. Zum Beispiel, wenn man mit Kollegen auf dem Flur zusammensteht oder abends bei einer Party mit Freunden. Nichts wird dabei so begierig aufgesogen wie der neue Tratsch über gemeinsame Bekannte.

Pssst, schon gehört...? Wer gut lästern kann, findet viele Zuhörer. Und wer viele Sozialkontakte hat, hat eine deutlich höhere Lebenserwartung. Dunbar geht so weit zu sagen: „Der wichtigste Überlebensfaktor ist die Größe des sozialen Netzwerks. Es hat einen stärkeren Effekt als alles andere – Rauchen mal ausgenommen.“

Tratschen stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Je kleiner und geschlossener die Gruppe, desto mehr wird getratscht – auf dem Dorf zum Beispiel mehr als in der Stadt. Der Tratsch hat auch die Funktion eines Frühwarnsystems: Wenn man immer wieder Schlechtes über jemanden hört, nimmt man sich vor ihm in Acht. Übrigens haben gleich mehrere Studien ergeben, dass Männer genauso viel tratschen wie Frauen.

Damit ist allerdings noch nicht erklärt, warum sich viele Menschen so sehr für Klatsch über Leute interessieren, die sie noch nie getroffen haben und aller Voraussicht nach auch niemals treffen werden, wie zum Beispiel Jolie und Pitt.

Dafür gibt es folgende Erklärung: Stars sind für viele Menschen Rollenvorbilder. Brad und Ange – wie die Fans sie nennen – waren womöglich gar das einflussreichste Promi-Paar des Planeten. Sie waren ziemlich lang zusammen, zumindest nach Hollywood-Maßstäben. „In dem Moment, wo das zusammenbricht, ist das für Menschen, die sich dafür interessieren, eine Erschütterung ihrer bisherigen Wertvorstellungen“, analysiert Angela Keppler, Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim.

Im Extremfall können sich mit solchen Erschütterungen soziale Normen verändern, meint der auf Klatsch-Forschung spezialisierte US-Psychologe Charles Walker. Ewige Liebe? Gibt's vielleicht doch nicht. Andere Studien deuten darauf hin, dass gerade mit Beziehungsdesastern wie gescheiterten Promi-Ehen moralische Lektionen transportiert werden. Zum Beispiel, unabhängig von Jolie und Pitt: Fremdgehen rächt sich, sollte man lassen. Das wäre dann ein ähnliches Prinzip wie beim Märchen.

Davon abgesehen hat es noch zwei praktische Vorteile, ausgerechnet über Promis herzuziehen. Erstens kennt sie jeder, man kann also am Frühstückstisch genauso über sie ablästern wie mittags in der Kantine. Zweitens werden die Betroffenen nie davon erfahren. Wird über den Kollegen gesprochen, könnte der es mitkriegen und einen drauf ansprechen – wie peinlich! Aber Brad? Brad wird sich nicht melden. Und wenn doch, dann hätte man eine so gute Geschichte zu erzählen, dass die Lebenserwartung gleich um ein paar Jahre steigen könnte.

Auch Madame Tussauds beendet Hollywood-Romanze
Ein Kennenlernen à la Hollywood (2003)
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Filmpartner lernen sich am Set kennen und lieben - viel mehr Klischee geht wohl nicht. Und doch kommt es auch vor, wenn einer der beiden eigentlich schon in festen Händen ist. Die Kulisse bot sich Brad Pitt und Angelina Jolie in „Mr. & Mrs. Smith“, einer Action-Liebeskomödie mit Sex-Appeal um ein unglücklich verheiratetes Paar, bei dem der Funke erst wieder überspringt, als sie sich gegenseitig zu töten versuchen.

Brad Pitt und Jennifer Aniston
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Doch zurück zur Realität: Pitt war mit Jennifer Aniston vermählt.

Angelina Jolie und Billy Bob Thornton
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Und Jolie war erst frisch von Billy Bob Thornton geschieden - und vor der Verbindung mit dem britischen Darsteller Jonny Lee Miller verheiratet gewesen. Ihre Kennenlerngeschichte mit Pitt beschrieb Jolie 2006 in einem Interview als eher unspektakulär. „Ich denke, wir fanden in diese seltsame Freundschaft und Partnerschaft, die sich irgendwie einfach plötzlich ergab“, sagte sie dem Magazin „Vogue.“ „Wir sind einfach irgendwie ein Paar geworden.“

Tratsch und Trennung (2004 - 2005)
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Die Dreharbeiten von „Mr. & Mrs. Smith“ wurden im Jahr 2004 beendet, doch sollten Pitt und Aniston erst im Januar 2005 ihre Trennung bekanntgeben. In jener Zeit, erzählte Jolie, seien sie und Pitt in sich gegangen. „Wir verbrachten viel Zeit damit, abzuwägen und nachzudenken und darüber zu reden, was wir beide im Leben wollen und merkten dabei, dass wir sehr, sehr ähnliche Dinge wollten.“ Den größten Ausschlag habe der Moment gegeben, als ihr Sohn Maddox Pitt „Vati“ genannt habe.

Hochzeit?
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Jolie und Pitt entschieden sich jedoch, erst dann zu heiraten, wenn auch schwule und lesbische Paare einmal dieses Recht bekämen.

Gemeinsam adoptieren
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Jolie hatte 2002 den aus Kambodscha stammenden Maddox (r.) adoptiert. Im Jahr 2005 entschlossen sie und Pitt sich, die kleine Zahara Marley aus Äthiopien an sich zu nehmen. Das Mädchen war eine Aids-Waise. „Jemand hat mir gesagt, wenn du eine Waise adoptieren willst, solltest du sie aus einem Land adoptieren, das du liebst, weil das die einzige Vorgeschichte ist, die du mit ihr teilen wirst - das ist ihre Vergangenheit“, sagte Jolie im Jahr 2003 dem „People“-Magazin.

Eine Geburt in Namibia (2006)
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Am 27. Mai 2006 kam das erste gemeinsame Kind von Jolie und Pitt auf die Welt. Tochter Shiloh Nouvel (l.) wurde im Privatkrankenhaus Cottage Medi-Clinic in Namibia geboren. Gewicht: etwa 3,2 Kilogramm.

  • dpa
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