Trauerfeier im Kölner Dom
„Wir sind konfrontiert mit einer verstörenden Vernichtungstat“

Gedrückte Stimmung in Köln: Mit einer Trauerfeier im Dom wurde der Opfer des Germanwings-Absturzes gedacht. Passanten legen Blumen nieder, für jeden Toten brennt eine Kerze. Der Bundespräsident spendet Trost.
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KölnDeutschland trauert um die Opfer des Germanwings-Absturzes. Mit bewegenden Worten des Trostes wurde im Kölner Dom der Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen gedacht. Auch Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zählten zu den Teilnehmern. Zudem reisten Regierungsvertreter aus Frankreich und Spanien zu der Trauerfeier nach Köln an.

Insgesamt nahmen rund 1400 Gäste teil, darunter etwa 500 Angehörige. Zu deren Schutz war die Umgebung des Doms seit dem Morgen mit Sichtschutzwänden abgesperrt. Passanten legten vor dem Dom Blumen nieder, die Stimmung in der Innenstadt war merklich gedrückt. Auf vielen Werbetafeln prangten statt bunter Bilder schwarze Trauerschleifen.

Beim Absturz der Germanwings-Maschine waren vor dreieinhalb Wochen alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Copilot soll das Flugzeug nach bisherigen Ermittlungen absichtlich zum Absturz gebracht haben.

Nach der Germanwings-Katastrophe komme zu Trauer und Schmerz tiefes Erschrecken vor den Abgründen der menschlichen Seele hinzu, sagte Bundespräsident Joachim Gauck. „Vielleicht ist es das, was uns so sehr erschreckt hat: die Sinnlosigkeit des Geschehens. Wir sind konfrontiert mit einer verstörenden Vernichtungstat.“ Am 24. März sei etwas zerstört worden, das in dieser Welt nicht mehr geheilt werden könne.

„Dieser eine hat die vielen anderen mit in den Tod gerissen, den er für sich selbst gesucht hatte. Uns fehlen die Worte für diese Tat“, sagte Gauck. Bei vielen Menschen sei die Trauer in Wut und Zorn umgeschlagen. „Gleichzeitig fühlten wir uns den Hinterbliebenen noch näher.“ Die Katastrophe zeige auch: „Weder vor technischen Defekten noch vor menschlichem Versagen gibt es absolute Sicherheit - und erst recht nicht vor menschlicher Schuld.“

Immer wieder werde nachgedacht über die Motive für die Tat. „Aber hier gilt: Wir wissen nicht, wie es im Innern des Copiloten ausgesehen hat, der sich und 149 anderen das Leben nahm.“ Aber auch dessen Angehörigen hätten einen Menschen verloren.

Zugleich versuchte der Bundespräsident Trost zu spenden: „Was uns aber dennoch Ja sagen lässt zu einem Leben, das von Bedrohung und Tod begleitet ist, ist die Tatsache, dass der Mensch zum Guten fähig ist.“ Und: „In schweren und in fordernden Zeiten zeigen wir, welche Kraft zum Guten in uns steckt.“

Für jeden Toten steht eine weiße Kerze im Dom. „Es sind 150 Opfer“, hatte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zuvor betont. Das Urteil über den Copiloten müsse man Gott überlassen. Die Trauerfeier wurde auf eine Großleinwand auf dem Bahnhofsvorplatz neben dem Dom sowie in eine benachbarte Kirche übertragen. Woelki und die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, leiteten den Trauergottesdienst.

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„Unbegreifliches ist geschehen“

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„Wir werden sie nie vergessen“

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  • Als Hinterbliebener hätte ich an dieser Trauerzeremonie nicht teilhaben wollen, wenn der spricht.

  • Die Untersuchungen sind noch nichteinmal abgeschlossen und der Bundespräsident weiß bereits um den/die Sachverhalt/e:

    darüber könnte man allerdings auch verstört sein - auch unter seelsorgerlichen Aspekten.

  • Jetzt ist mal wieder Gut mit dieser Trauer!
    Ist ja schlimmer wie bei einen Staatsbegräbnis.

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