Trauerfreier am Johnson Space Center: „Columbia“-Astronauten waren „mutige Helden“

Trauerfreier am Johnson Space Center
„Columbia“-Astronauten waren „mutige Helden“

US-Präsident George W. Bush hat die sieben ums Leben gekommenden „Columbia“-Astronauten am Dienstag als „mutige Helden“ gewürdigt. Während NASA-Ingenieure die schwierige Suche nach der Unglücksursache intensiv vorantrieben, nahm Bush an der bewegenden Trauerfreier unter freiem Himmel am Johnson Space Center in Houston (Texas) teil.

HB/dpa HOUSTON/WASHINGTON. Mit ihm gedachten Angehörige und hunderte von Angestellten der Weltraumbehörde NASA der getöteten Astronauten. Die NASA arbeitet rund um die Uhr, um die letzten von der Fähre gesendeten Computerdaten und die gefundenen Wrackteile zu analysieren.

„Die Nation teilt Ihre Trauer und Ihren Stolz“, sagte der Präsident an die Familienangehörigen gerichtet. Er versicherte zugleich: „Amerikas Raumfahrt-Programm wird weiter gehen.“

Zum Auftakt Gedenkfeier zollte NASA-Chef Sean O'Keefe den „sieben gefallenen Helden“ Tribut. Es sei nun die Verpflichtung der NASA, die Ursache des Unglücks herauszufinden, die Probleme zu lösen und dafür zu sorgen, dass sich eine solche Tragödie nicht wiederhole. Ein Rabbi verlas zu Beginn der Feier Gebete auf Hebräisch. Bei dem Zerbrechen der Raumfähre am Samstag rund 60 000 Meter über Texas war neben sechs Amerikanern auch der erste israelische Astronaut, Ilan Ramon, ums Leben gekommen.

Schaumstoffteil in Verdacht

Die NASA glaubt inzwischen, dass sich das fatale Ende der „Columbia“ schon mit einem Zwischenfall 80 Sekunden nach dem Start anbahnte. Ein nur 50 Zentimeter großes und 1,2 Kilogramm schweres Schaumstoffteil zur Isolierung, das sich vom Außentank des Shuttles löste und unter die linke Tragfläche prallte, könnte den Hitzeschutz der Fähre an entscheidender Stelle beschädigt haben.

„Wir gehen von der These aus, dass der Außentank die Ursache für den Verlust der „Columbia“ ist“, sagte Shuttle-Programmchef Ron Dittemore am Montag (Ortszeit) in Houston. Dies sei aber nur eine Arbeitshypothese. Dittemore warnte vor voreiligen Schlüssen. Kurz vor dem Zerbrechen der Raumfähre hatten Sensoren vom linken Tragflügel einen Temperaturanstieg gemeldet. Der Anstieg sei aber moderat gewesen, sagte Dittemore.

12 000 Teile bislang gefunden

Unterdessen fanden Suchtrupps in den Wäldern von Osttexas Teile der Raumfähre, die wichtige Aufschlüsse über die Unglücksursache bringen könnten. Südwestlich des Ortes Hemphill wurde ein großes Stück der dunklen Nase der Raumfähre gefunden. „Sie ist ziemlich intakt“, berichtete Sheriff Tommy Maddox. Anderswo stießen die Suchtrupps auf ein großes Stück der Kabine der Fähre, sowie eine Tür und mehrere Computer-Module. Die Behörden drohen Souvenirjägern, die durch den Absturz verstreute Shuttle-Teile mit nach Hause nehmen, mit heftigen Strafen. Von den 12 000 Teilen, die bislang gemeldet wurden, seien bereits mehr als 100 verschwunden, berichtete die „Washington Post“.

Der Zwischenfall mit dem Stück Isoliermaterial war erst bei der Analyse von Filmmaterial einen Tag nach dem Start der Fähre entdeckt worden. Die NASA geht davon aus, dass das Schaumstoffstück nicht größer als 40 mal 50 Zentimeter war. Die Ingenieure seien nach zahlreichen Modellberechnungen zu dem Schluss gekommen: „Selbst, wenn ein struktureller Schaden entstanden ist, wäre der Schaden nicht so groß, dass eine Katastrophe passieren kann“, sagte Dittemore. Zudem hatten die Shuttles schon bei früheren Flügen Hitzeschutzkacheln verloren, ohne dass dies die Sicherheit der Fähren beeinträchtigt habe.

Israel will die USA um die Ausbildung eines zweiten Astronauten bitten. Das Land wolle Partner im NASA-Programm bleiben, betonte die Regierung in Tel Aviv. Der erste Israeli im All, Ilan Ramon, war einer der sieben Opfer des Absturzes.

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