Aus aller Welt

_

Trennung des Ex-Bundespräsidentenpaars: Der einsame Wulff

Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina gehen getrennte Wege. Montagmorgen haben sie beim Anwalt eine „Trennungsvereinbarung“ unterzeichnet. Das Drama um den Politiker nimmt eine persönliche Wendung.

HannoverErst der steile Aufstieg und dann der tiefe Fall - und nun das Aus einer Ehe: Der frühere Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina haben sich getrennt. Der Anwalt der beiden, Gernot Lehr, teilte am Montag offiziell mit: „Bettina und Christian Wulff haben sich am Wochenende einvernehmlich räumlich getrennt, nehmen ihre Verantwortung für ihren Sohn gemeinsam wahr und werden keine weiteren Erklärungen zu ihrer privaten Situation abgeben."

Anzeige

Chronologie Christian Wulff

  • 25. Oktober 2008

    Christian Wulff, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, bekommt von der Unternehmergattin Edith Geerkens einen Privatkredit über 500.000 Euro zum Kauf eines Hauses in Burgwedel bei Hannover.

  • 18. Februar 2010

    Die Grünen im niedersächsischen Landtag wollen vom damaligen Ministerpräsidenten Wulff unter anderem wissen, welche Spenden beziehungsweise Sponsoringleistungen er oder die CDU in den vergangenen zehn Jahren vom Unternehmer Egon Geerkens erhalten haben und ob es geschäftliche Beziehungen zu Geerkens gab. Wulff verneint dies.

  • 21. März 2010

    Die im Dezember 2009 aufgenommenen Gespräche mit der Stuttgarter BW-Bank führen zur Unterzeichnung eines kurzfristigen günstigen Geldmarktdarlehens, mit dem Wulff das Geerkens-Darlehen ablöst. Der Zinssatz beträgt 2,1 Prozent. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vermutet Ende 2011 einen Zusammenhang zwischen dem sehr günstigen Darlehen und dem Einsatz Wulffs als niedersächsischer Ministerpräsident für den Einstieg des VW-Konzerns bei Porsche.

  • 17. August 2011

    Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet, dass Journalisten das Grundbuch von Wulffs Haus einsehen dürfen, wenn dies für eine journalistische Recherche erforderlich ist. Mehrere Medien recherchieren zu dem Fall.

  • 12. Dezember 2011

    Bundespräsident Wulff besucht die Golfregion und versucht Medienberichten zufolge, den „Bild“-Chefredakteur Kai Dieckmann zu erreichen, um auf die anstehende Berichterstattung über seinen Privatkredit Einfluss zu nehmen. Er spricht Diekmann auf die Mailbox und droht den „endgültigen Bruch“ mit dem Springer-Verlag für den Fall an, dass diese „unglaubliche“ Geschichte tatsächlich erscheine.

  • 13. Dezember 2011

    Die „Bild“-Zeitung berichtet erstmals über das Darlehen und fragt, ob Wulff das Landesparlament getäuscht habe. Sein Sprecher Olaf Glaeseker teilt mit, Wulff habe die damalige Anfrage korrekt beantwortet. Es habe keine geschäftlichen Beziehungen zu Egon Geerkens gegeben und gebe sie nicht.

  • 22. Dezember 2011

    Wulff tritt erstmals persönlich in der Affäre an die Öffentlichkeit und entschuldigt sich für seinen Umgang mit den Vorwürfen. Er bekräftigt jedoch, im Amt bleiben zu wollen. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt in einem meiner öffentlichen Ämter jemandem einen unberechtigten Vorteil gewährt“, versichert das Staatsoberhaupt. Kurz vor seiner Erklärung im Schloss Bellevue entlässt Wulff seinen langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker ohne Angabe von Gründen.

  • 4. Januar 2012

    Der Bundespräsident bricht sein Schweigen. In einem Fernseh-Interview zur besten Sendezeit beantwortet Christian Wulff Fragen zur Kredit-Affäre. Im Gespräch mit ARD und ZDF räumte Wulff ein, dass der Drohanruf bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann „ein schwerer Fehler“ gewesen sei, der mit seinem eigenen Amtsverständnis nicht vereinbar sei. Der Fehler tue ihm leid und er habe sich auch entschuldigt. Zugleich betonte Wulff, er wolle nicht Präsident in einem Land sein, in dem man sich kein Geld von Freunden leihen könne. Ungeachtet des anhaltenden Drucks in der Kredit- und Medienaffäre machte der Bundespräsident in dem Interview auch klar, dass er nicht zurücktreten wolle. „Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr“, sagte Wulff. Mit Blick auf das Darlehen der BW Bank sagte er, es handele sich um normale und übliche Konditionen. Das gesamte Risiko der Zinsentwicklung liege bei ihm, so Wulff. Er habe keine Vorteile genossen, es handele sich um ein Angebot wie für andere auch.

  • 18. Januar 2012

    Im Auftrag Wullfs stellt sein Anwalt nun doch Journalisten-Anfragen und Antworten auf knapp 240 Seiten online.

    Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht keine Anhaltspunkte gegen Wulff wegen seines Hauskredites bei der BW-Bank zu ermitteln.

  • 19. Januar 2012

    Die Staatsanwaltschaft durchsucht das Haus und Büro von Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker und die Räumlichkeiten des Eventmanagers Manfred Schmidt. Ermittelt wird wegen Korruptionsverdacht. Glaeseker soll die private Lobby-Veranstaltung Nord-Süd-Dialog „gefällig gefördert“ haben.

  • 8. Februar 2012

    Die Bild-Zeitung berichtet, dass der Filmunternehmer David Groenewold für Wullf und seine spätere Frau Bettina einen Urlaub auf Sylt gebucht und bezahlt habe. Wulffs Anwalt erklärt, der damalige Ministerpräsident habe die Kosten später in bar beglichen habe. Groenewold soll vor drei Wochen das Sylter Hotel angerufen und zum Stillschweigen verpflichtet haben. Im gleichen Jahr gab das Land Niedersachsen dem Filmunternehmen eine Bürgschaftszusage.

  • 16. Februar 2012

    Die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt beim Bundestag die Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten. Es bestehe ein Anfangsverdacht auf Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung, so die Staatsanwaltschaft. Der Bundestag entscheidet nun, ob gegen Wulff strafrechtlich ermittelt wird.

    Wulff soll als Ministerpräsident Kontakte zu dem Filmfonds-Manager David Groenewold gehabt haben. Auch gegen Groenewold wird ermittelt. Der Antrag zur Aufhebung der Immunität gegen einen Bundespräsidenten ist einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik.

  • 17. Februar 2012

    Wulff erklärt seinen Rücktritt, woraufhin die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen beginnt.

  • 2. März 2012

    Fünf Beamte des niedersächsischen Landeskriminalamts und ein Staatsanwalt durchsuchen das Wohnhaus von Wulff in Großburgwedel.

  • 8. März 2012

    Wulff wird mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Viele Prominente bleiben der Zeremonie fern.

  • 22. Juli 2012

    Neue Vorwürfe werden bekannt: Wulff soll sich als Ministerpräsident dafür eingesetzt haben, der Versicherungswirtschaft Vorteile zu verschaffen. 2008 verbrachten die Wulffs ihre Flitterwochen im Haus eines Versicherungsmanagers in Italien.

  • 8. September 2012

    Bettina Wulff geht gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen vor. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, Wulff habe eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder Escort-Dame seien falsch.

  • 10. September 2012

    Das ursprünglich erst für November angekündigte Buch der früheren First Lady, „Jenseits des Protokolls“, ist bereits in vielen Buchhandlungen erhältlich. Darin setzt sie sich nun auch publizistisch gegen die Gerüchte zur Wehr.

  • 11. September2012

    In mehreren Interviews erhebt Wulff Vorwürfe auch gegen ihren Mann. Sie beklagt unter anderem, an seiner Seite habe sie eigene Bedürfnisse unterdrücken müssen. Um die ganze Situation zu verarbeiten, habe sich das Paar therapeutische Hilfe gesucht.

  • 15. September 2012

    Nach heftiger öffentlicher Kritik an ihrem Buch und ihren Interviews sagt Bettina Wulff mehrere geplante Auftritte in Fernseh-Talkshows ab. Das bestätigen die betroffenen Sender.

  • 9. Oktober 2012

    Die Flitterwochen der Wulffs im Haus eines Versicherungsmanagers rechtfertigen keine Ermittlungen wegen Vorteilsannahme, teilt die Staatsanwaltschaft Hannover mit.

  • 14. November 2012

    Die Staatsanwaltschaft kann nach eigenen Angaben noch nicht absehen, wie lange die Ermittlungen gegen Christian Wulff noch dauern werden.

  • 7. Januar 2013

    Die Wulffs haben sich „einvernehmlich räumlich“ getrennt, wie der Anwalt der Eheleute bestätigt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf „hochrangige Kreise der CDU“ über die Trennung berichtet.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf „hochrangige Kreise der CDU“ über die Trennung berichtet. Sie kommt fast ein Jahr nach dem Rücktritt Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten am 17. Februar 2012. Laut „Bild“ haben die Eheleute am Montagmorgen eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet. Bettina Wulff (39) soll mit ihren beiden Söhnen bis auf weiteres im gemeinsamen Haus in Großburgwedel wohnen dürfen. Sie habe, heißt es, allerdings bereits im November schon eine eigene Wohnung in Hannover gesucht und gefunden.

Wulff erntet Spott „Liebling, ich habe die Amtszeit geschrumpft“

  • Wulff erntet Spott: „Liebling, ich habe die Amtszeit geschrumpft“
  • Wulff erntet Spott: „Liebling, ich habe die Amtszeit geschrumpft“
  • Wulff erntet Spott: „Liebling, ich habe die Amtszeit geschrumpft“
  • Wulff erntet Spott: „Liebling, ich habe die Amtszeit geschrumpft“

Christian Wulff (53) sei ebenfalls bereits in eine Wohnung in Hannover umgezogen. Mit Rücksicht auf die Kinder sei die räumliche Trennung vereinbart worden.

  • 08.01.2013, 10:18 Uhrursularenner

    Viele Männer kaufen sich angesichts eines beruflichen Erfolgs ein neues, größeres Auto und tauschen die altgediente Ehefrau gegen ein wesentlich jüngeres Modell. Besonders bei Politikern ist dieses Geschäftsmodell in Mode. Dass sich das jüngere Modell verabschiedet, wenn es beruflich bergab geht, ist normal und gehört zum Deal. Dass Wulff den Deal nicht verstanden hat, sondern privat den Kopf verloren und wie ein Pubertärer agiert hat, ist typisch für einen Kleinbürger, wie ihn die Medien darstellen. Mein Mitleid hält sich daher in Grenzen. Schadenfreude ist bei so einem Normalfall auch nicht angebracht.

  • 08.01.2013, 01:17 UhrBluefon

    Tja, das ist wohl Ironie des Schicksals. Erst schickt er seine Frau wegen der Bettina in die Wüste ... und nun hat ihn Bettina in die Wüste geschickt. Dumm gelaufen !

  • 07.01.2013, 22:20 Uhrstimmt_nicht_Staatssklave

    @Staatssklave: ich habe nicht geschrieben, dass alle Frauen es bei Kriegsende so gemacht haben. Es gab damals auch sehr viel Prostitution und viele haben sich auch anderweitig umgesehen - wir sprechen ja teilweise von Jahren und auch der Tatsache, dass es oft nicht deutlich war, ob der Mann noch am Leben war. Mit einem Ami als Freund war frau auch gut versorgt. Nur gab es eben andere auch. Etwas, von dem Sie behaupten, dass es nicht existiert - ausser in hysterischen Doktorromanen vielleicht.

    Wieso Sie jetzt anfangen meine Antwort so zu interpretieren, dass Männer hierzu nicht fähig sein sollten, überlasse ich Ihnen selbst. Von mir stammt diese Behauptung jedenfalls nicht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Gallup Well-Being Index: Die zehn glücklichsten Länder der Welt

Die zehn glücklichsten Länder der Welt

Die Marktforscher von Gallup haben ermittelt, in welchen Ländern die Menschen am glücklichsten sind. Das ist der Fall, wenn sich Beruf, Freizeit und Finanzen die Waage halten. In diesen zehn Ländern klappt das am besten.

Lava läuft aus: Magma im Mayon macht Menschen Angst

Magma im Mayon macht Menschen Angst

Ein drohender Ausbruch des Vulkans Mayon versetzt die Behörden auf den Philippinen in Alarmbereitschaft. Zehntausende Menschen wurden vom Militär am Dienstag bereits in Sicherheit gebracht.

Oktoberfest: Polizei warnt vor Falschgeld auf der Wiesn

Polizei warnt vor Falschgeld auf der Wiesn

Bis zu 400 000 Besucher strömen ab Samstag täglich zum Oktoberfest. Die Polizei will mit einem Großaufgebot für Sicherheit sorgen und warnt vor Taschendieben und falschen Zehn-Euro-Geldscheinen.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!