Treppenhaus ging in Flammen auf
17 Tote bei Wohnhausbrand in Paris

In der Nacht zum Freitag sind mindestens 17 Menschen einem verheerenden Wohnhausbrand in Paris zum Opfer gefallen. Mindestens 30 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Das Feuer brach in einem Wohnhaus aus, in dem Wohlfahrtsorganisationen hauptsächlich Einwanderer aus westafrikanischen Ländern untergebracht hatte.

HB PARIS. Nach Feuerwehrangaben ging gegen Mitternacht das Treppenhaus des baufälligen Hauses vom dritten bis zum sechsten Stock in Flammen auf. Viele Bewohner seien aus dem Fenster gesprungen, da das Treppenhaus nicht mehr zu passieren gewesen sei. Unter den Opfern sollen sechs oder sieben Kinder sein. Insgesamt wohnten in dem Haus etwa 130 Menschen, darunter etwa 100 Kinder.

Bewohner berichten, das siebenstöckige Haus sei überbelegt, baufällig und verdreckt gewesen. Es gehört dem Staat und stand sozialen Organisationen zur Verfügung, die darin Einwanderer unterbrachten. Sie stammen zum größten Teil aus den westafrikanischen Ländern Mali und Senegal.

Als Aufnahmezentrum für die Betroffenen diente ein Café in der Nähe. Dort betreute das Rote Kreuz und der Zivilschutz dutzende afrikanische Frauen und Kinder.

Innenminister Sarkozy besucht den Unglücksort

Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy eilte noch in der Nacht an den Unglücksort. Nach seinen Angaben war das Wohnhaus hoffnungslos überbelegt. "Es lebten Menschen in dem Gebäude, die dort niemals hätten sein dürfen", sagte der Minister. Er hielt Brandstiftung für möglich, da das Feuer im Erdgeschoss ausgebrochen sei.

Laut Serge Blisko, Bürgermeister des betroffenen Stadtbezirks, breitete sich das Feuer so schnell aus, dass die meisten Opfer im Schlaf erstickt seien. Er betonte, das Gebäude sei mehrfach auf seine Sicherheit überprüft worden. Zusätzlich habe der Emmaeus-Verband, der für die Belegung zuständig ist, das Haus renoviert.

Sarkozy kündigte Präventionsmaßnahmen gegen derartige Brände an. Die Behörden würden angewiesen, alle ähnlichen Gebäude in Paris auf einer Liste zu erfassen. Es sei besser, einige Häuser zu schließen, als erneut ein solches Drama zu erleben.

Erst im April waren bei einer ähnlich schweren Brandkatastrophe in einem pariser Billighotel 24 Menschen gestorben. Auch dort hatten die Sozialbehörden viele Asylbewerber aus Afrika untergebracht. Die Hälfte der Opfer waren damals Kinder.

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